TVB Wildschönau: Erhöhung der Aufenthaltsabgabe beschlossen und Ehrenring für Obmann Michael Unger

Die gestrige Vollversammlung des Tourismusverbandes Wildschönau wurde letztendlich zu einem Erfolg! Die Touristiker, die an diesem, zugegeben finanziell schmerzvollen – aber notwendigen Maßnahmenpaket gearbeitet haben, konnten sich durchsetzten. Voran ging eine lange – in vielen Bereichen sehr mühsame Diskussion, bevor es zu Abstimmung kam. Die große Überraschung lieferte dann BGM Hannes Eder mit seinem Gemeinderat, Michael Unger, der seit nunmehr 20 Jahren den Verband erfolgreich führt, wurde mit dem Ehrenring der Gemeinde ausgezeichnet.

Der lange Abend begann mit einer Trauerminute zum Gedenken an den langjährigen TVB Geschäftsführer Thomas Lerch, der im Juni dieses Jahr völlig unerwartet verstarb.

Zurück zur Tagesordnung, die zunächst das übliche Zahlenspiel jeder Vollversammlung brachte, trockene Zahlen und wenig Erfreuliches, dies auch die Zukunft betrifft. Die Pandemie drückt alles andere in den Hintergrund, das war die Kernaussage der Vortragenden.

Wesentlich lebhafter wurde es dann bei der Diskussion, ob die Abgaben von derzeit 2,50  auf stolze 3,50 € erhöht werden soll. Fakt ist, dass der Verband finanziell nicht besonders gut ausgestattet ist, man sei damit unter den fünf schlechtesten Regionen Tirols, so der neue TVB Geschäftsführer Michael Mairhofer. Auch in der Wertschöpfung im wunderschönen Hochtal kann und will man nicht mehr zufrieden sein. Nur noch das Lechtal ist in diesem Ranking des MCI hinter jenem des Hochtales gereiht, dazu brauchte es keine besonderen Erklärungen mehr.

Die Tourismuspolitik des Hochtales tritt seit Jahren auf der Stelle, irgendetwas läuft nicht rund im Tal, dies zu den schönsten Tirols zählt. Es fehlt hinten und vorne an guten Infrastruktur-Angeboten, nur mit der Bergbahn – Dank der Wildschönau Card – rauf und runterzufahren, ist zu wenig. Man hat nun den Drachenpark in Oberau als zusätzliches Angebot, dies auch gut angenommen wird, aber vom Gast extra bezahlt werden muss.

Man braucht einfach mehr Geld, um diverse Vorhaben zu verwirklichen. Klimafreundlich in die Zukunft, so der Vorschlag des TVB. Darunter fallen Ideen wie eine Tal-Lösung, damit der Individualverkehr zwischen Niederau und Auffach weniger werden soll. Das hat aber nur dann einen Sinn, wenn die Busse auch Oberau, Roggenboden, Thierbach bis zur “Schönanger-Alm” fahren, alles andere wäre wohl kaum zielführend.

Wesentlich mehr Geld braucht man auch für Marketingmaßnahmen, um im globalen Markt mithalten zu können. Ob dies Social Media, Print oder  TV, ohne Werbung geht nichts mehr.

Das E-Bike Angebot soll komplett überarbeitet werden, hier gibt es dem vernehmen nach neue Konzepte. Ein besonderes heißes Thema ist der fehlende Radweg durch das gesamte Tal. Ganze 28 Jahre dauern nun die Überlegungen einen Geh- oder Radweg zwischen Mühltal und Oberau zu errichten, es scheint fast nicht machbar. Man nehme ganz einfach den Bau des “Kaiser-Radrundweg” zwischen Söll und Kufstein als Beispiel, dort weiß man wie man so etwas macht.

Der fehlende Radweg zwischen Oberau und Niederau ist schlichtweg “Lebensgefährlich”. Tausende Radler, vor allem Kinder und Schüler benützen die viel befahrene Landesstraße zum Schwimmbad, es ist anscheinend nicht möglich eine Lösung zu finden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier mal was passiert, darüber sind sich viele im Klaren. Ein Radwege-Konzept soll in Ausarbeitung sein, doch wann dies letztendlich umgesetzt werden kann, steht in den Sternen.

Man will auch mehr zertifizierte Unterkünfte, die sich Klimafreundlich präsentieren und damit mit dem Österr. Umweltgütesiegel ausgezeichnet werden können. Ebenso will man die Gastrobetriebe dazu anhalten, mehr zu regionalen Produkten zu greifen, und damit die “Tiroler Wirtshauskultur” hochleben lassen.

Wohin soll die Reise gehen? Gute Veranstaltungen wie die damaligen Weltmeisterschaften für Körper- und Sehbehinderte (2004), oder Skibergsteigen (heute olympisch) und die Bike-Enduro wurden abgestellt, auch das wurde hinterfragt.

Die Wildschönau muss sich neu aufstellen, dies wurde gestern des Öfteren angesprochen. Vor allem die jungen Hoteliers, die mit durchwegs guten Ideen aufwarten, fordern dies.

Starten will mit einer neuen Onlinekampagne “Wintersonne” gemeinsam mit den Österr. Wanderdörfern, ebenso soll eine Kampagne gemeinsam mit dem “Ski-Juwel” gestartet werden.

Die Erhöhung der TVB-Abgabe wird ab dem 1.11.2022 wirksam, davon dürften dann rund 650.000 gebührenpflichtige Nächtigungen betroffen sein.

Mit diesen rund 650.000 € Mehreinnahmen sollen 200.000 € für eine Tal-verbindende Busverbindung, zusätzlich 20.000 € für Roggenboden und Thierbach, Zertifizierung Kulinarik und E-Bike 10.000 €, Infrastrukturmaßnahmen für Wege und Plätze 120.000 €, sowie Marketingmaßnahmen 300.000 € verwendet werden. Soweit der Plan.

Jetzt muss es an die Umsetzung gehen, das ist höchst an der Zeit!

Große Auszeichnung für TVB Obmann  Michael Unger: v.l.: Vize BGM Norbert Moser, Leslie und Michael Unger und BGM Hannes Eder.

Über 100 kamen in die Mehrzweckhalle der Neuen Mittelschule Oberau zur diesjährigen Jahreshauptversammlung.

 

 

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