Schulterschluss gegen Wolf – dem Beutegreifer wird nun der Kampf angesagt

Vertreter der Sozialpartner und bäuerliche Organisationen schließen sich in Verein zusammen, um gemeinsam auf EU-Ebene wahrgenommen zu werden.Die Rückkehr großer Beutegreifer, allen voran des Wolfes, stellt nicht nur die Alm- und Landwirtschaft in Tirol vor große Herausforderungen. Auch Tourismus und Freizeitwirtschaft sind betroffen. Dasselbe gilt natürlich auch für andere Bundes- bzw. Nachbarländer. Um die Anliegen der unmittelbar Betroffenen sowohl auf EU-, Bundes- und auch Landesebene besser transportieren zu können, wird ein neuer Verein zum Schutz und Erhalt der Land- und Almwirtschaft in Tirol gegründet.

Vertreter von Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Gemeindeverband, Landwirtschaftskammer und vielen bäuerlichen Organisationen haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen. Der neu gegründete „Verein zum Schutz und Erhalt der Land- und Almwirtschaft in Tirol“ wird sich künftig dafür einsetzen, dass die für Tirol so charakteristischen Bewirtschaftungsformen auch in Zukunft weitergeführt werden können. „Vor allem die Wiederansiedelung großer Beutegreifer bringt neue Herausforderungen mit sich.

Es steht einiges auf dem Spiel, deshalb werden wir alles versuchen, um auf EU-Ebene Gehör zu finden und letztendlich eine Senkung des Schutzstatus zu erreichen“, so LK-Präsident Josef Hechenberger. Er wurde auch zum Obmann des neuen Vereins gewählt. Sein Stellvertreter ist Hermann Gahr, der sich seit vielen Jahren mit der Rückkehr des Wolfes beschäftigt: „Für uns war es klar, dass wir uns diesbezüglich engagieren müssen.

Der Wolf gefährdet in jahrhundertelanger Arbeit geschaffene landwirtschaftliche Strukturen, besonders die Almen.  Mit dem Verein ist ein wichtiger Schritt gelungen, um branchenübergreifend auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Deshalb werden wir konsequent daran arbeiten, zusätzliche Partner mit ins Boot zu holen und gemeinsam weiter zu kommen!“

Gemeinsame Position stärken

Neben vielen bäuerlichen Organisationen tragen auch die Präsidenten von Wirtschafts- und Arbeiterkammer sowie des Gemeindeverbandes den Verein mit: „Die landwirtschaftliche Struktur Tirols bildet auch die Basis für unseren touristischen Erfolg. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass aufgrund der Rückkehr großer Beutegreifer beispielsweise Almen nicht mehr bewirtschaftet werden“, bezieht WK-Präsident Christoph Walser klar Stellung.

Auch für AK-Präsident Erwin Zangerl lässt sich die Wiederansiedelung großer Beutegreifer mit der Freizeitnutzung des Landes nicht vereinbaren: „Wir sind es gewohnt, unsere Wälder und Berge zur Erholung und für sportliche Aktivitäten zu nutzen. Das soll auch in Zukunft gefahrlos möglich sein!“

Dem schließt sich Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, an: „Wir hatten heuer schon Wolfssichtungen im Ortsgebiet. Tiere, die keine Scheu zeigen, sind für mich problematisch und deshalb muss es künftig die Möglichkeit geben, diese zu entnehmen. Ansonsten sehe ich die Sicherheit in unseren Gemeinden gefährdet.“

Online informiert

„Wir wollen darüber informieren, was, wann und wo passiert. Deshalb haben wir unter www.almohnewolf.at die aktuellsten Informationen sowie unsere Position zusammengefasst und werden dort auch über die neuesten Vorkommnisse berichten“, erklärt LK-Präsident und Vereinsobmann Josef Hechenberger. „Viele Menschen kennen nur eine sehr einseitige Darstellung über die Fakten, die mit der Rückkehr großer Beutegreifer verbunden sind. Was es aber heißt, wenn man als Bauer die Kadaver seiner Tiere zusammensuchen muss, wissen die wenigsten. Auch das muss man der Bevölkerung zeigen! Bewusstseinsbildung ist daher ebenfalls ein Anliegen des neu gegründeten Vereines.“

Foto Vereinsgründung:

WK-Präsident Christoph Walser, LK-Präsident und Vereinsobmann Josef Hechenberger, AK-Präsident Erwin Zangerl, Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf und Vereinsobmann-Stv. Hermann Gahr mit den weiteren Vorstandsmitgliedern aus den bäuerlichen Organisationen.

Fotonachweis: Die Fotografen

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