Jetzt wird’s für die Gastwirte richtig lustig….

Wer es noch nicht glaubt, hier ist es „Schwarz auf Weis“. Die Gastwirte – ohnehin schon mit Vorschriften – Kontrollen und dergleichen mehr eingedeckt, kriegen ab Mitte Dezember noch ein g’scheites Pakt’l drauf.

Zunächst gibt es eine neue Verordnung, was ab dem 13. Dezember 2014 auf der Speisekarte stehen muss. Und natürlich muss der betreffende Mitarbeiter – sprich Kellner, Koch usw. auf das gesamte eine treffende Antwort geben. Das muss in einer „Personalschulung“ verpflichtend gelehrt werden…

Man darf gespannt sein was der liebe Kollege aus Tschechien über „Sulfite“ , „Glukosesirupe“ oder „Ethylalkohol“ zu erzählen weis……

Hier ein Ausschnitt aus der Brüsseler „Ideenwerkstatt“, folgendes muss ab Dezember auf der Speisekarte zu lesen sein:


gluten-haltiges Getreide
A Glutenhaltiges Getreide, namentlich Weizen (alleWeizenartenundWeizenabkömmlinge, die in Österreich** zusätzlich zu den genannten Namen DinkelundKhorasan Weizen weitersalsKamut, Emmer, Einkorn und Grünkern im Handel erhältlich sind), Roggen, Gerste, HaferoderHybridstämme davon, sowie daraus hergestellte Erzeugnisse, ausgenommen

  1. a) Glukosesirupe auf Weizenbasis einschließlich Dextrose (1);
  2. b) Maltodextrine auf Weizenbasis (1);
  3. c) Glukosesirupe auf Gerstenbasis;
  4. d) Getreide zur Herstellung von alkoholischen Destillaten einschließlich Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs
Krebstiere B Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
Ei C Eier von Geflügel und daraus gewonnene Erzeugnisse
Fisch D Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer

  1. a) Fischgelatine, die als Trägerstoff für Vitamin- oder Karotinoidzubereitungen verwendet wird;
  2. b) Fischgelatine oder Hausenblase, die als Klärhilfsmittel in Bier und Wein verwendet wird
Erdnuss E Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
Soja F Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer

  1. a) vollständig raffiniertes Sojabohnenöl und -fett (1);
  2. b) natürliche gemischte Tocopherole (E306), natürliches D-alpha-Tocopherol, natürliches D-alpha-Tocopherolacetat, natürliches D-alpha-Tocopherolsukzinat aus Sojabohnenquellen;
  3. c) aus pflanzlichen Ölen gewonnene Phytosterine und Phytosterinester aus Sojabohnenquellen;
  4. d) aus Pflanzenölsterinen gewonnene Phytostanolester aus Sojabohnenquellen
Milch oderLaktose G Milch von Säugetieren wie Kuh, Schaf, Ziege, Pferd und Esel und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose), außer

  1. a) Molke zur Herstellung von alkoholischen Destillaten einschließlich Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs;
  2. b) Lactit;
Schalenfrüchte H Schalenfrüchte, namentlich Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamia- oder Queenslandnüsse sowie daraus gewonnene Erzeugnisse, außer Nüssen zur Herstellung von alkoholischen Destillaten einschließlich Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs
Sellerie L Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse
Senf M Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse
Sesam N Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse
Sulfite O Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l als insgesamt vorhandenes SO2 , die für verzehr-fertige oder gemäß den Anweisungen des Herstellers in den ursprünglichen Zustand zurückgeführte Erzeugnisse zu berechnen sind
Lupinen P Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
Weichtiere R Weichtiere wie z.B. Muscheln, Austern, Schnecken und daraus gewonnene Erzeugnisse

(1) und daraus gewonnene Erzeugnisse, soweit das Verfahren, das sie durchlaufen haben, die Allergenität, die von der EFSA für das entsprechende Erzeugnis ermittelt wurde, aus dem sie gewonnen wurden, wahrscheinlich nicht erhöht.

*nur in Verbindung mit der entsprechenden Legende zulässig

**in dieser Form erläutert im nationalen Fragen und Antworten-Katalog des BMG

 

Wer jetzt glaubt dies wäre alles, der irrt. Weiter geht es mit der Schulung von Mitarbeitern die über folgendes unterrichtet werden müssen:

Wird die Allergeninformation in mündlicher Form auf Anfrage der Kundin/des Kun- den bzw. Gastes weitergegeben, hat die Lebensmittelunternehmerin/der Lebensmit- telunternehmer sicher zu stellen, dass während der Öffnungszeiten diese Auskunft im Sinne der Allergeninformationsverordnung zu den im Betrieb angebotenen Lebens- mitteln und den ihnen zugefügten allergenen Stoffen gegeben werden kann.

1. Schulungspflichtige Personen

Die Lebensmittelunternehmerin/der Lebensmittelunternehmer oder eine von ihr/ihm beauftragte Person hat jene Person zu bestimmen, die Anfragen im Sinne der Aller- geninformation behandelt. Das kann auch die Lebensmittelunternehmerin/der Le- bensmittelunternehmer selbst sein. Gegebenenfalls können auch mehrere Personen bestimmt werden.

Jene Personen, die für die Behandlung der Anfragen von Kundinnen/Kunden bzw. Gästen zur Allergeninformation bestimmt wurden, sind schulungspflichtig.

2. Schulungsthemen

Die Inhalte der Schulungen müssen auf das jeweilige Aufgabengebiet abgestellt sein und umfassen:

  • Vermittlung der Wichtigkeit der Allergeninformation (was ist eine Allergie bzw.Unverträglichkeit, welche Auswirkungen hat diese)
  • Sensibilisierung im Hinblick auf das Auslösen einer allergischen Reaktion bzw.Unverträglichkeit
  • Kenntnisse über die Liste der allergenen Stoffe gemäß Anhang II der VO (EU) Nr.1169/2011 (Lebensmittel-Informationsverordnung – LMIV)
  • Kenntnisse über die Durchführung der Allergeninformation im Betrieb und die Artund Weise der Weitergabe an den Endverbraucher.

3. Häufigkeit

Jede schulungspflichtige Person hat die Schulung mindestens alle 3 Jahre zu wieder- holen.

4. Durchführung der Schulungen

Die Schulungen können durch interne (z. B. Verantwortliche für Lebensmittelsicher- heit, Bereichsverantwortliche, Betriebsinhaber) oder externe Expertinnen/Experten durchgeführt werden. Expertinnen/Experten müssen über entsprechendes Fachwis- sen zu den im Pkt. 2 festgelegten Themen verfügen und in der Lage sein, die Schu- lungsinhalte zu vermitteln.

5 .Schulungsnachweis

Die Lebensmittelunternehmerin/der Lebensmittelunternehmer oder eine von ihm beauftragte Person hat dafür Sorge zu tragen, dass Nachweise über die erfolgten Schulungen im Betrieb aufliegen und mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden. Die Dokumentation kann analog zur Leitlinie Personalschulung durchgeführt werden.

Bleibt nur noch die Frage was der Gastwirt tut, wenn der Mitarbeiter kaum Deutsch kann – vielleicht sollte man es dann mit der Gebärdensprache versuchen.

Und hier noch einige „Schmankerl“ aus Brüssel

3. Eine neue Richtlinie vom April 2007 regelt die Beleuchtung von Treckern zwischen Lappland und Kreta. Für 27 EU-Länder wurde festgelegt, was der Abstand zwischen zwei Leuchten ist: „Abstand zweier Leuchten, die in die gleiche Richtung gerichtet sind, ist der Abstand zwischen den Parallelprojektionen der Umrisse der beiden nach 1.6 bestimmten leuchtenden Flächen auf einer Ebene, die vertikal zur Betrachtungsrichtung dieser Umrisse liegt.“ Alles klar?

4. Die Verordnung 1774/2002 schreibt vor, dass nur Gülle von Nutztieren in Biogasanlagen verarbeitet werden darf. Die Folge: Pferdemist von Schlachtpferden darf für die Herstellung von Biogas verwendet werden, die Gülle von Reitpferden ist streng verboten. Die Verordnung hat Folgen: Pferdehalter gehen bei der Einspeisungsvergütung für Strom aus Biogasanlagen leer aus, wenn sie den Mist von Reitpferden zur Stromerzeugung verwendet haben.

5. Der in Deutschland und Österreich verbreitete Begriff “ Marmelade “ darf laut Richtlinie 2001/113/EG nicht mehr verwendet werden, wenn der Fruchtaufstrich nicht nur aus Zitrusfrüchten besteht. Dies führte vor allem in Österreich zu Protesten. Die Eurokraten ließen sich nicht erweichen: Aus Marmeladen wurden „Konfitüre“ oder „Konfitüre extra“. Dabei dürfen für „Konfitüre“ nur 150 Gramm Ingwer auf 1000 Gramm Enderzeugnis verwendet werden, bei „Konfitüre extra“ sind es 250 Gramm Ingwer.

3 Affen

Augen zu und durch…

verrueckteeu

nochicken

 

 

Eine Antwort
  1. Werner Hohlrieder

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