Perfekter Almabtrieb von der Hönigkaseralm – aber auch Sorgen um die Zukunft der Almwirtschaft
Ein guter Almsommer geht zu Ende – doch Wasserversorgung, Wetterextreme und die Rückkehr der Großraubtiere stellen die Almwirtschaft zunehmend vor neue Herausforderungen. Georg und Kathi Schöpfer ziehen nach einem arbeitsreichen Sommer auf der Hönigkaseralm dennoch eine positive Bilanz.
Perfekter Almabtrieb von der auf rund 1.300 Metern gelegenen „Hönigkaseralm“ in der hinteren Wildschönau. Schon seit den frühen Morgenstunden waren Georg und Kathi Schöpfer gemeinsam mit ihren fleißigen Helfern im Einsatz, um die Tiere für ihren letzten Almtag festlich herauszuputzen.
Weit weg vom großen Trubel begann für die Familie der letzte Tag eines durchaus herausfordernden Almsommers. Die Kühe wurden traditionell „aufgebischt“, bevor es schließlich zurück ins Tal ging. Für die Schöpfers ist dieser Tag jedes Jahr ein besonderer Moment. Schließlich liegen viele arbeitsreiche Wochen hinter ihnen.
Mit dem heurigen Almsommer zeigen sich Georg und Kathi Schöpfer durchaus zufrieden. Von schweren Unwettern blieb die „Hönigkaseralm“ weitgehend verschont, und auch die Tiere kamen gut durch den Sommer. Dennoch werden die Herausforderungen für die Almwirtschaft nicht weniger.
Ein Thema beschäftigt Georg Schöpfer besonders: die Wasserversorgung. Längere Hitze- und Trockenperioden machen sich auch in höheren Lagen zunehmend bemerkbar. Die Bauern haben deshalb bereits in die Erschließung neuer Wasserquellen und eine bessere Versorgung auf der Alm investiert.
„Das Thema Wasser wird in Zukunft noch viel wichtiger werden“, ist Schöpfer überzeugt. Gerade während längerer Hitzeperioden müsse gewährleistet sein, dass für die Tiere ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Investitionen in Quellen, Leitungen und Speicher seien daher für viele Almbetriebe längst zu einer wichtigen Zukunftsfrage geworden.
Überhaupt habe sich die Almwirtschaft in den vergangenen 20 Jahren grundlegend verändert. Wetterextreme, steigende Kosten und ein immer größerer organisatorischer Aufwand stellen die Bauern vor neue Aufgaben. Hinzu kommt für Schöpfer die Diskussion um die Rückkehr der Großraubtiere in den Alpenraum.
Hier fordert der Almbauer klare und praktikable Maßnahmen. Wenn sich Großraubtiere ungehindert ausbreiten könnten, werde es für die alpine Landwirtschaft zunehmend schwieriger. Besonders dort, wo Tiere über viele Wochen auf weitläufigen Almflächen gehalten werden, seien Schutzmaßnahmen nur begrenzt umsetzbar.
Für Schöpfer geht es dabei nicht nur um die Landwirtschaft. Eine funktionierende Almwirtschaft sei auch für den Tourismus von großer Bedeutung. Werden Almen nicht mehr bewirtschaftet, verändert sich langfristig auch jene Kulturlandschaft, die Einheimische und Gäste gleichermaßen schätzen. Deshalb brauche es Lösungen, bevor Schäden entstehen, die später nur schwer rückgängig gemacht werden können.
Am Ende überwog auf der „Hönigkaseralm“ aber die Freude über einen gelungenen Sommer. Die festlich geschmückten Tiere schienen das Signal zur Heimfahrt kaum mehr erwarten zu können. Schließlich setzte sich die Herde in Bewegung – hinunter ins Tal und zurück auf die heimischen Höfe.
Für Georg und Kathi Schöpfer ging damit ein arbeitsreicher, aber insgesamt guter Almsommer zu Ende. Und das ganz bewusst ohne großes Spektakel: ruhig, bodenständig und traditionsverbunden – so, wie der Almabtrieb für die Bauern seit Generationen zum Leben in den Tiroler Bergen gehört.
Die Alm-Famile der Kathi und des Georg Schöpfer mit ihrer Tochter Julia und Sohn Daniel
Bald geht es heimwärts
Warten bis es los geht…
Ab in die Heimat…
Heimwärts gehts meist sehr schnell…








