Spurensuche im deutschen Ahrtal – eine nachdenkliche Geschichte fünf Jahre nach der Flutkatastrophe
Eine Reise auf den Spuren zweier Freunde, die in der Flutkatastrophe 2021 ihr Leben verloren.
31 Jahre lang kamen sie zu uns in die Wildschönau. Jahr für Jahr, beinahe wie ein Uhrwerk. Zwei begeisterte Wintersportler aus dem deutschen Ahrtal, die längst mehr waren als nur Stammgäste. Über all die Jahre war eine Freundschaft entstanden. So auch mit dem damaligen Bergbahnchef-Herbert Stadler und vielen anderen.
Und dann wurde es plötzlich still.
Keine Nachricht, kein Anruf, kein Wiedersehen. Erst Wochen später erfuhren man die traurige Wahrheit: Unsere beiden Freunde waren Opfer jener verheerenden Flutkatastrophe geworden, die in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 das Ahrtal heimsuchte.
135 Menschen verloren allein im Ahrtal ihr Leben. Häuser wurden innerhalb weniger Minuten von den Wassermassen erfasst, Straßen und Brücken weggerissen und ganze Existenzen zerstört.
Fünf Jahre später führt mich der Zufall den Weg zurück an jene Orte, an denen sich das Leben innerhalb weniger Stunden für immer verändert hat.
Eine Spurensuche im Ahrtal.
Ich wollte sehen, wie es heute dort aussieht. Ich treffe Menschen, die geblieben sind, die wieder aufgebaut und trotz allem neuen Mut gefasst haben. Vieles ist neu entstanden, anderes erinnert noch immer an jene Nacht. Viele gingen aber auch weg.
Und immer wieder stellt sich die Frage: Wie konnte eine solche Katastrophe überhaupt geschehen?
Heute gibt es darauf viele Antworten. Doch eine weitere Frage bleibt: Könnte so etwas auch anderswo passieren?
Die Antwort darauf ist ernüchternd: Naturgewalten lassen sich nicht verhindern. Entscheidend ist, aus den Ereignissen zu lernen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und Menschen möglichst früh zu warnen.
Einer jener Wirte der zusehen konnte, wie die Flut in wenigen Augenblicken sein Zuhause verschlang, redet nicht gerne über das vergangene und sucht auch nicht nach Schuldigen und meinte: „Wir müssen einfach nach vorne schauen es hilft nichts anderes. Sehr betroffen aber machen die vielen Toten, und es waren viele darunter die man sehr gut kannte“.
Meine Bike-Tour durch das Ahrtal ist deshalb keine Suche nach Schuldigen. Sie ist auch keine Dokumentation über Zahlen und Statistiken.
Es ist eine ganz persönliche Spurensuche.
Auf den Spuren zweier Menschen, die über drei Jahrzehnte immer wieder den Weg aus dem Ahrtal in die Wildschönau gefunden haben – und die eines Tages nicht mehr gekommen sind.
Was bleibt, sind Erinnerungen an viele gemeinsame Jahre und schöne Stunden.
Und die Erkenntnis, wie plötzlich eine lange Freundschaft enden kann.
Mehr sollte diese Reise nicht sein. Und vielleicht ist gerade das genug.
Altenahr, Schuld, Mayschoß, Dernau und Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden von den Wassermassen niedergewalzt. Eine der größten Naturkatastrophen der deutschen Geschichte.
Fast unschuldig fließt die 85 km lange Ahr durch das Ahrtal, dies von der Flutwelle brutal heimgesucht wurde.
Behelfsbrücken und viele neue wurden in den letzten Jahren erbaut, aber es wird noch viele Jahre dauern, bis die letzten Schäden beseitigt sind
An allen Ufern wird gebaut, aber es dauerte lange bis dies die Hilfe richtig in Gang kam.
Erinnerungen an die Flutnacht….
Ein Lichtblick – für Radfahrer wird an einem wunderschönen Radweg gebaut
Tief unten das Ahrtal und die friedliche Ahr….
Alle Fotos: Toni Silberberger











