Millionenprojekt im Holzergraben: Mehr Sicherheit für Auffach bis nach Kundl
Auffach/Wildschönau. Etwas abseits des Dorfzentrums und für viele Einheimische und Gäste kaum sichtbar, läuft derzeit im Holzergraben in Auffach eines der größten Schutzbauprojekte der Wildschönau. Knapp fünf Millionen Euro werden hier in den kommenden Jahren investiert, um Auffach, Mühltal, Kundl und wichtige Infrastruktureinrichtungen langfristig vor den Gefahren des Wildbaches zu schützen.
Für die Gebietsbauleitung Unteres Inntal in Wörgl ist der Holzergraben eines von zahlreichen Projekten in ihrem großen Zuständigkeitsbereich, der rund 50 Gemeinden umfasst. Der stellvertretende Leiter David Forstlechner und sein Team wissen um die besondere Bedeutung dieser Baustelle.
Denn der Holzergraben hat auch eine tragische Geschichte. Noch heute erinnert man sich an das schwere Hochwasserereignis Ende des 19. Jahrhunderts, bei dem in Auffach zwei Todesopfer zu beklagen waren. Es zeigt eindrucksvoll, welche Kräfte ein ansonsten oft unscheinbarer Gebirgsbach bei extremen Niederschlägen entwickeln kann.
Der Holzergraben gilt aufgrund seines teilweise steilen Einzugsgebietes und der großen Mengen an Geschiebe, Geröll und Holz, die bei Starkregenereignissen ins Tal gelangen können, als besonders sensibler Wildbach. Mit umfangreichen Verbauungsmaßnahmen soll diese Gefahr künftig entscheidend reduziert werden. Begonnen wurde mit der Sicherung bereits in den Jahre 1966 begonnen, wo ein massives Geschiebe-Rückhaltebecken errichtet wurde, die bereits kurz darauf die Bewährungsprobe bestehen musste.
Für Bürgermeister Hannes Eder und den Wildschönauer Gemeinderat ist es innerhalb relativ kurzer Zeit bereits das zweite große Zukunftsprojekt für die Gemeinde. Nach dem millionenschweren Wander- und Radwegprojekt konnte nun auch die umfangreiche Verbauung des Holzergrabens auf Schiene gebracht werden. Eder zeigt sich entsprechend froh, dass dieses für die Sicherheit des Tales so wichtige Vorhaben jetzt umgesetzt wird.
Von großer Bedeutung ist das Projekt auch für die Wildschönauer Bergbahnen. Anlagen, Talabfahrten und wichtige Bereiche rund um die Talstation in Auffach liegen im möglichen Einflussbereich des Wildbaches. Entsprechend groß ist das Interesse an einem langfristig wirksamen Schutz.
Bergbahnen-Geschäftsführer Ludwig Schäffer unterstreicht die Bedeutung des Millionenprojektes und hebt dabei besonders die Zusammenarbeit hervor: „Für uns als Bergbahnen ist diese Schutzmaßnahme von großer Bedeutung. Wir erleben hier eine ausgesprochen gute und professionelle Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung. Ein solches Projekt schafft Sicherheit für die Bevölkerung, unsere Gäste und natürlich auch für wichtige touristische Infrastruktur.“
In den kommenden Jahren werden im Holzergraben umfangreiche zusätzliche Schutzbauwerke errichtet sowie bestehende Anlagen ergänzt und verstärkt. Dabei geht es vor allem darum, Geschiebe, Geröll und mitgerissenes Holz bereits im oberen und mittleren Bereich des Wildbaches zurückzuhalten, bevor diese Massen den Talboden und damit den besiedelten Raum erreichen können.
Hinter dem Millionenprojekt steht aber nicht nur modernste Schutztechnik, sondern vor allem auch viel Erfahrung. Die Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung arbeiten teilweise unter schwierigen Bedingungen im steilen Gelände des Holzergrabens. Ihre Arbeit bleibt für die meisten Menschen im Tal weitgehend unsichtbar – ihre Bedeutung für die Sicherheit von Auffach ist jedoch enorm.
Das Großprojekt zeigt einmal mehr, welcher technische, personelle und finanzielle Aufwand notwendig ist, um einen alpinen Lebensraum langfristig vor Naturgefahren zu schützen.
Für Auffach ist die Verbauung des Holzergrabens deshalb weit mehr als eine Millionenbaustelle: Sie ist eine Investition in die Sicherheit des Dorfes, seiner Bevölkerung und seiner touristischen Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte.






Konrad Gwiggner – Baupolier Wildbach

Erfahrenes Team im Einsatz



