Tourismus im Tiroler Unterland: Starker Juli – Alpbachtal und Kitzbühel besonders dynamisch – Wildschönauer Bergbahnen stabil
Wildschönau mit stabilem Plus – Wilder Kaiser bleibt bei den Nächtigungen klar voran. Der Tiroler Tourismus hat im Juli 2026 kräftig zugelegt. Landesweit wurden rund 5,9 Millionen Übernachtungen gezählt, ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Noch deutlicher stiegen die Gästeankünfte: 1,6 Millionen Ankünfte bedeuten einen Zuwachs von 11,5 Prozent. Auffallend unterschiedlich verlief die Entwicklung allerdings in den Tourismusregionen des Tiroler Unterlandes.
Besonders stark präsentiert sich das Alpbachtal. Von Mai bis Juli wurden dort 307.204 Übernachtungen registriert – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 27.218 Nächtigungen bzw. 9,7 Prozent. Die Zahl der Ankünfte stieg sogar um 12,8 Prozent auf 75.850. Damit gehört das Alpbachtal zu den großen Gewinnern des bisherigen Sommers.
Ebenfalls ausgesprochen kräftig entwickelte sich Kitzbühel Tourismus. Mit 233.842 Übernachtungen liegt die Region um 10,6 Prozent über dem Vorjahr. Die Gästeankünfte erhöhten sich um 9,8 Prozent auf 77.443. Damit weist Kitzbühel unter den betrachteten Unterländer Destinationen sogar das stärkste Nächtigungswachstum auf.
Bei den absoluten Zahlen bleibt der Wilde Kaiser eine Klasse für sich. Mit 533.591 Übernachtungen von Mai bis Juli erreicht die Region deutlich mehr Nächtigungen als Alpbachtal, Kitzbühel oder Wildschönau. Das Wachstum fällt mit 1,9 Prozent allerdings wesentlich moderater aus. Die 118.700 Gästeankünfte entsprechen einem Plus von 3,6 Prozent.
Die Wildschönau kommt in den ersten drei Sommermonaten auf 182.200 Übernachtungen und 42.645 Gästeankünfte. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies bei den Nächtigungen ein leichtes Plus von 0,7 Prozent bzw. 1.182 Übernachtungen. Die Ankünfte entwickelten sich mit plus 3,7 Prozent deutlich besser. Damit bleibt die Wildschönau zwar auf Wachstumskurs, kann mit der Dynamik von Alpbachtal und Kitzbühel derzeit aber nicht mithalten.
Auch in weiteren Regionen des Unterlandes zeigt die Kurve überwiegend nach oben. Das Kufsteinerland erreicht 243.046 Übernachtungen (+4,6 Prozent), der Kaiserwinkl 316.218 (+3,7 Prozent), die Kitzbüheler Alpen – Brixental 337.233 (+2,9 Prozent) und die Ferienregion Hohe Salve 168.183 Übernachtungen (+6,4 Prozent).
Unterland im Vergleich – Mai bis Juli 2026
| Tourismusregion | Ankünfte | Veränderung | Übernachtungen | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Wilder Kaiser | 118.700 | +3,6 % | 533.591 | +1,9 % |
| Kitzbüheler Alpen – Brixental | 78.945 | +5,1 % | 337.233 | +2,9 % |
| Kaiserwinkl | 67.171 | +5,4 % | 316.218 | +3,7 % |
| Alpbachtal | 75.850 | +12,8 % | 307.204 | +9,7 % |
| Kufsteinerland | 91.373 | +15,2 % | 243.046 | +4,6 % |
| Kitzbühel Tourismus | 77.443 | +9,8 % | 233.842 | +10,6 % |
| Wildschönau | 42.645 | +3,7 % | 182.200 | +0,7 % |
| Ferienregion Hohe Salve | 45.632 | +4,1 % | 168.183 | +6,4 % |
Wildschönau wächst – Nachbarn derzeit stärker
Der Vergleich macht deutlich: Der Sommertourismus im Tiroler Unterland entwickelt sich 2026 insgesamt positiv, allerdings mit beträchtlichen Unterschieden. Während Alpbachtal und Kitzbühel zweistellige bzw. nahezu zweistellige Wachstumsraten erreichen, verzeichnet die Wildschönau bislang ein wesentlich moderateres Nächtigungsplus.
Interessant ist dabei auch die Entwicklung der Gästezahlen. Die Wildschönau gewinnt mit 3,7 Prozent mehr Ankünften deutlich stärker bei den Gästen als bei den Übernachtungen (+0,7 Prozent). Das deutet – ähnlich wie im Tirol-Trend – auf kürzere Aufenthalte hin.
Landesweit bleibt Deutschland mit Abstand wichtigster Herkunftsmarkt. Im Juli kamen rund 3 Millionen Übernachtungen aus Deutschland (+5,6 Prozent). Besonders kräftig legten die Niederlande mit 657.000 Nächtigungen und einem Plus von 14,3 Prozent zu. Gleichzeitig profitieren vor allem Ferienwohnungen, Campingplätze und Schutzhütten vom starken Sommer.
Das Tiroler Unterland kann auf einen guten bisherigen Sommer zurückblicken. Während der Wilde Kaiser weiterhin mit Abstand die höchsten Nächtigungszahlen der verglichenen Regionen erreicht, setzen Kitzbühel und das Alpbachtal die stärksten Wachstumsakzente. Die Wildschönau bleibt im Plus, entwickelt sich derzeit aber deutlich verhaltener als mehrere ihrer unmittelbaren Nachbarregionen.
Quelle: FACT

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