Wildschönau trauert um eine Unternehmerpersönlichkeit und Ehrenmitglied des Männerchors Oberau
Mit Alfred Stadler verliert die Wildschönau eine ihrer prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten, einen leidenschaftlichen Musiker und einen Menschen, der weit über seine Heimat hinaus geschätzt wurde. Alfred Stadler verstarb im Alter von 90 Jahren und hinterlässt eine große Lücke – als erfolgreicher Unternehmer, treuer Freund, Familienmensch und Ehrenmitglied des Männerchors Oberau.
Geboren wurde Alfred Stadler am 21. Oktober 1935 als drittes von acht Kindern von Ferdinand und Katharina Stadler in Oberau. Nach dem Besuch der Volksschule führte ihn sein Bildungsweg zunächst ins Borromäum nach Salzburg.
Das Heimweh nach seiner geliebten Heimat war jedoch stärker, sodass er bald wieder nach Tirol zurückkehrte. Er absolvierte anschließend das Gymnasium in Kufstein, wo er auch maturierte, und besuchte danach die Handelsschule in Innsbruck.
Schon früh zeigte sich seine außergewöhnliche musikalische Begabung. Bereits mit sechs Jahren spielte er Orgel, mit acht Jahren gab er erste öffentliche Konzerte.
Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er bei Professor Wilhelm Werth in Kufstein. Eine kurze Episode als Trompeter bei der Bundesmusikkapelle Oberau blieb aufgrund seiner schmächtigen Statur nur von kurzer Dauer.
Dafür blieb er zeit seines Lebens ein begeisterter Pianist und Organist in der Oberauer und auch Kundler Kirche. Bis zu seinem 89. Lebensjahr saß er täglich an seinem Konzertflügel und pflegte mit großer Leidenschaft die Musik.
Auch dem Männerchor Oberau war Alfred Stadler jahrzehntelang eng verbunden. Als aktives Mitglied und späteres Ehrenmitglied prägte er das Vereinsleben nachhaltig und blieb dem Chor stets freundschaftlich verbunden.
Nach der Übernahme der Schuhfabrikation FESTA erfolgte 1979, ein Jahr nach Baubeginn, die Übersiedelung des Unternehmens nach Wörgl an den heutigen Firmensitz.
Die Firma STADLER SCHUHE entwickelte sich zu einem erfolgreichen Tiroler Familienbetrieb, dies heute Bernhard Stadler – der Sohn von Kurt Stadler weiter führt.
Gemeinsam mit seinem Bruder Kurt bildete Alfred Stadler ein außergewöhnlich erfolgreiches Führungsteam.
Während Kurt für Entwicklung, Produktion und Verkauf verantwortlich war, führte Alfred mit großer Gewissenhaftigkeit die kaufmännischen Geschicke des Unternehmens. Die Kombination aus technischem Know-how und kaufmännischer Präzision erwies sich über Jahrzehnte als Erfolgsmodell.
Am 15. Oktober 1983 heiratete er seine Frau Irma, geborene Haas, und zog nach Kundl. Im Herzen blieb er jedoch immer ein Oberauer. Wer ihn kannte, wusste: In der Firma galt Alfred Stadler als äußerst korrekt und pflichtbewusst.
Sobald er jedoch das Werksgelände verließ, zeigte sich seine andere Seite – humorvoll, gesellig und stets für einen guten Witz zu haben.
Anfang der 2000er-Jahre übergab er Schritt für Schritt seine Aufgaben in der Schuhfabrik an seinen Neffen Bernhard und zog sich aus dem hektischen Tagesgeschäft zurück. Ganz loslassen konnte er allerdings nie. Seine regelmäßigen Kontrollbesuche im Betrieb gehörten weiterhin zu seinem Alltag.
Seine Freizeit verbrachte Alfred Stadler lieber bei Wanderungen und Radtouren rund um die Haustür als in fernen Urlaubsdestinationen.
Sein Motto lautete stets: „Wird scho umageah.“ Konzerte, gesellige Zusammenkünfte und gute Gespräche mit Freunden genoss er ebenso.
Besonders gerne kehrte er beim Kellerwirt in Oberau, im Moorhof oder im Gasthof Lamm in Wörgl ein.
Eine ganz besondere Rolle spielten in seinen letzten Lebensjahren Antonia und Sophia. Für die beiden Mädchen übernahm er liebevoll die Rolle eines Ersatzopas. Bei ihnen wurde aus dem exakten Buchhalter und erfolgreichen Unternehmer ein verspielter Kindskopf, der jede gemeinsame Minute genoss.
Bis zuletzt blieb Alfred Stadler geistig bemerkenswert fit. Die letzten eineinhalb Jahre seines Lebens verbrachte er im Wohnheim „Mitanond“ in Kundl, wo er bestens betreut wurde.
Mit Alfred Stadler verliert die Wildschönau einen Menschen, der Unternehmergeist, Bodenständigkeit, Humor und Herzlichkeit in besonderer Weise vereinte. Sein Wirken wird weit über seinen Tod hinaus in Erinnerung bleiben.
Die Wildschönau wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Immer seriös und sehr erfolgreich: Alfred Stadler

Alfred an seinem Lieblingsplatz: Als junger Bua an der Orgel in Oberau

Die Heimat lag dem Alfred ganz besonders am Herzen.
Er brauchte keine große Welt – der Kellerwirt oder das Cafe Moorhof reicht ihm….



