Biker & Wanderer: Miteinander statt gegeneinander: Respekt auf Tirols Wegen gefragt
Wenige Wochen vor der Eröffnung des neuen Wander- und Radwegs in der Wildschönau – vorerst auf einer Länge von 900 Metern, mit Investitionskosten von rund 4,5 Millionen Euro eines der aufwendigsten Infrastrukturprojekte dieser Art in Tirol – gewinnt ein Thema zunehmend an Bedeutung: das respektvolle Miteinander von Wanderern und Mountainbikern.
Die Diskussion über die gemeinsame Nutzung von Wegen wird seit Jahren emotional geführt. Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen den verschiedenen Nutzergruppen. Dabei verfolgen letztlich alle dasselbe Ziel: die Natur genießen, sich bewegen und die Schönheit der Bergwelt erleben.
Aus zahlreichen Gesprächen und Beobachtungen auf Tirols Wander- und Bikewegen wissen viele Bergsportler, wie schnell Missverständnisse entstehen können.
Gemeinsam mit Volksmusiklegende Franz Posch und Weltbergsteiger-Legende Peter Habeler sind wir seit vielen Jahren im ganzen Land unterwegs und erleben dabei die unterschiedlichsten Situationen. Von freundlichen Begegnungen bis hin zu unnötigen Auseinandersetzungen ist alles dabei.
Dabei wäre die Lösung oft denkbar einfach: kurz stehen bleiben, ein freundliches „Grüß Gott“, gegenseitige Rücksichtnahme – und beide Seiten setzen ihren Weg zufrieden fort. Respekt kostet nichts, bewirkt aber viel.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass sich Wanderer und Mountainbiker in ihren Auswirkungen auf die Natur deutlich weniger unterscheiden als häufig behauptet wird. Entscheidend sind vor allem das Verhalten und der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt. Rücksichtslose Einzelne gibt es in jeder Sportart, sie dürfen jedoch nicht stellvertretend für eine gesamte Gruppe stehen.
Sorgen bereiten allerdings auch andere Entwicklungen im Freizeitverkehr.
Immer wieder sind Radfahrer ohne Helm unterwegs oder bewegen sich auf stark befahrenen Bundes- und Landesstraßen ohne ausreichende sichtbare Schutzbekleidung. Die Unfallzahlen zeigen, dass jede schwere Verletzung und jeder Todesfall einer zu viel sind. Hier stellt sich die Frage, ob der Gesetzgeber ausreichend handelt oder weiterhin zusieht.
Gerade deshalb braucht es nicht nur Investitionen in neue Infrastruktur, sondern auch mehr Bewusstsein für Sicherheit, Eigenverantwortung und gegenseitige Wertschätzung.
Der neue Weg in der Wildschönau kann dafür ein positives Signal sein: Moderne Freizeitangebote funktionieren nur dann, wenn alle Nutzergruppen bereit sind, aufeinander Rücksicht zu nehmen.
Die Berge gehören niemandem allein. Sie sind ein gemeinsamer Erlebnisraum für Wanderer, Mountainbiker, Familien und Naturliebhaber.
Wer sich mit Respekt begegnet, schafft genau das, was unsere Bergwelt heute mehr denn je braucht: ein friedliches Miteinander statt eines Gegeneinanders.

So soll es sein – gemeinsam statt gegeneinander – Platz ist für alle da!!

Foto: Gabi Grießenböck TVB Alpbachtal

Blick vom Greiter Graben Richtung Sagtaler 2241 Meter
Foto: Matthias Sedlak – TVB Alpbachtal

Kennen die E-Bike-Szene im Land in-und auswendig: Franz Posch und Toni Silberberger
Foto: Toni Silberberger

So sollte es sein – ein Miteinander – Platz ist für alle da….



