Das Hochtal Wildschönau – eine Bikeregion mit Einschränkugen
/von Toni SilberbergerDas Thema sorgt im Hochtal Wildschönau zunehmend für Diskussionen: Die Region gilt zwar laut TVB als ideale Region für genussvolle Bike- und Radtouren in Tirol. Doch gleichzeitig stoßen viele Biker immer öfter auf Verbotsschilder, Schranken und Einschränkungen. Zahlreiche Forststraßen dürfen offiziell nicht befahren werden – trotzdem ignorieren viele E-Biker die Verbote schlichtweg. Nicht aus Trotz, sondern weil sie oftmals kaum nachvollziehbar erscheinen.
Besonders auffällig: Weder handelt es sich vielerorts um ausgewiesene Naturschutzgebiete noch um sensible Wildreservate. Genau das brachte nun auch eine Gruppe Studenten aus Nürnberg bei einer Tour auf den Punkt:
„Wem stören die völlig lautlosen E-Bikes? Letztendlich lebt hier doch fast alles vom Tourismus – das sollte einmal jemand erklären.“
Josef Haas, der wohl bekannteste „Alminger“ des Tales, betreibt auf seiner schmucken „Breiteggalm“ mit Herzblut eine der wenigen echten Alm-Jausenstationen des Tales, wo auch seine Gattin fleißig mitarbeitet.
Die Alm hoch über der „Schönangeralm“ kann – oder dürfte man nur zu Fuß erreichen, obwohl eine bestens ausgebaute Forststraße direkt daran vorbeiführt.
Die österreichischen Bundesforste verbieten das Befahren der Forststraße die wohl mit öffentlichen Finanzmitteln errichtet wurde.
Diskutiert wurde von den sportlichen Studenten unter anderem über die Situation rund um die „Schönangeralm“, das „Aschbachtal“oder den Höhenweg vom „Markbachjoch Richtung Feldalm“.
Peter Fill, Besitzer der „Neuhögen-Alm“, wäre unbedingt für eine Freigabe der Forststraße des Aschbachweges, leider konnte auch der TVB hier zu keiner Lösung beitragen.
Was Peter Fill aufregt ist die Tatsache, dass jeder in einer Form wie auch immer, vom Tourismus lebt. Aber auf den eigenen Almflächen will man die Biker nicht akzeptieren. Und fügt noch hinzu, dass ohne die großzügigen Fördermittel der öffentlichen Hand, der Bau dieser Forststraßen gar nicht möglich gewesen wäre.
Und gerade dort sorgen die zahlreichen Verbotsschilder immer wieder für Unverständnis. Die hintere Feldalm ist mit dem Bike mittlerweile praktisch gar nicht mehr erreichbar – außer man hebt das rund 25 Kilogramm schwere E-Bike mühsam über Absperrungen. Für viele Gäste wirkt das alles andere als kundenfreundlich.
Doch woran liegt es eigentlich? Hinter vorgehaltener Hand hört man immer wieder denselben Satz:
„Mit uns hat noch nie jemand wirklich geredet.“
Ein Hinweis darauf, dass es offenbar an Kommunikation mangelt. Denn eines scheint klar: Bevor neue Einschränkungen oder Verbote ausgesprochen werden, müsste wohl zuerst verstärkt das Gespräch mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern gesucht werden. Vielleicht könnten dadurch manche Konflikte einfacher gelöst werden.
Heftig diskutiert wurde am Wochenende übrigens auch ein weiteres Thema: Ausgerechnet auf der bekannten „Schönangeralm“ – einer der renommiertesten Käsealmen Tirols – blieb der Käseverkauf über die Pfingstfeiertage geschlossen. Für viele Ausflugsgäste ein überraschender und eher holpriger Start in die Sommersaison 2026.

Der leidenschaftliche Almbauer Josef Haas ist nicht nur Senner, sondern auch ein fröhlicher Gastgeber. Umso mehr würde er sich freuen, wenn auch die Biker fahren dürften.

Die „Schönangeralm“ mit dem bekannten „Almgasthaus“ – jedoch auf den Forststraßen links und auch rechts bestehen Fahrverbote für Bikes.

Die Neuhögenalm: Fahrverbot für Bikes – aber mit Almausschank!! Der Besitzer der Alm sowie die Pächter legen Wert auf die Feststellung, das beide für eine Freigabe der Forststraße wären. Mit etwas guten Willen sollte dies doch möglich sein.





