Sattes Minus im März: Saisonverlängerung im Tiroler Unterland bleibt Illusion
Der März 2026 hat den Tiroler Tourismusregionen, vor allem im Unterland, teils deutliche Rückgänge beschert. Für viele Touristiker sollte das keine Überraschung sein: Eine künstliche Saisonverlängerung funktioniert in tiefer gelegenen Regionen nur sehr eingeschränkt. Wirklich konkurrenzfähig bleiben im späten Winter vor allem jene Destinationen, die mit höheren Lagen und entsprechend verlässlichen Bedingungen punkten können.
Besonders kräftig fiel das Minus im März in mehreren Unterländer Regionen aus. Die Silberregion Karwendel verzeichnete ein Minus von 27 Prozent, die Wildschönau verlor 25,8 Prozent, das Alpbachtal kam auf minus 23 Prozent.
Aber selbst klassische Zugpferde des Tiroler Wintertourismus mussten leichte Einbußen hinnehmen: Paznaun-Ischgl lag bei minus 1,4 Prozent, Tux-Finkenberg bei minus 1,5 Prozent und St. Anton am Arlberg bei minus 2,6 Prozent.
Tirolweit wurden im März mit rund 4,6 Millionen Übernachtungen um 8,5 Prozent weniger gezählt als im Vorjahr. Auch die Ankünfte gingen mit rund 1,1 Millionen um 7,4 Prozent zurück. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag mit 4,3 Tagen leicht unter dem Vorjahreswert.
Ein Blick auf die Herkunftsmärkte zeigt ein gemischtes Bild. Deutschland bleibt mit 2,5 Millionen Übernachtungen zwar mit Abstand wichtigster Markt, verlor aber 5,5 Prozent beziehungsweise rund 143.700 Übernachtungen. Die Niederlande mussten mit 589.000 Übernachtungen ein kräftiges Minus von 25,8 Prozent hinnehmen. Auch Schweiz und Liechtenstein lagen mit 127.000 Übernachtungen und minus 9,4 Prozent im Rückgang.
Positiv entwickelten sich dagegen einige andere Märkte: Das Vereinigte Königreich legte auf 217.000 Übernachtungen zu und erreichte ein Plus von 16 Prozent. Noch stärker wuchsen die Tschechische Republik mit 147.000 Übernachtungen und plus 33,8 Prozent, die USA mit 52.600 Übernachtungen und plus 25,5 Prozent sowie Dänemark mit 48.200 Übernachtungen und plus 26,8 Prozent. Ein markanter Ausreißer nach unten war Belgien mit 130.000 Übernachtungen und einem Minus von 61,7 Prozent. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Krokusferien heuer überwiegend bereits in den Februar gefallen sind.
Auch bei den Unterkunftsarten zeigt sich der Rückgang deutlich. Die Hotellerie verlor in Summe 6,9 Prozent, wobei die 5/4-Stern-Betriebe mit minus 10,1 Prozent besonders betroffen waren. 3-Stern-Häuser lagen bei minus 8,7 Prozent, 2/1-Stern-Betriebe bei minus 6,3 Prozent. Vergleichsweise stabil hielten sich die gewerblichen Ferienwohnungen mit minus 4,9 Prozent, während private Ferienwohnungen mit minus 14,1 Prozent und Privatquartiere mit minus 19,8 Prozent deutlich stärker nachgaben.
Trotz des schwachen März bleibt die laufende Wintersaison in Tirol insgesamt auf Kurs. Von November 2025 bis März 2026 wurden bisher rund 24,7 Millionen Übernachtungen gezählt. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ankünfte stiegen im selben Zeitraum auf rund 5,7 Millionen, was einem Zuwachs von 3,9 Prozent entspricht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt saisonübergreifend bei rund 4,3 Tagen und damit um etwa 0,1 Tage unter dem Vorjahr.
Auffällig ist: Von November bis März liegen gegenüber dem Vorjahr nur Wipptal, Kaiserwinkl und Wildschönau leicht im Minus. Insgesamt bleibt dieses Ergebnis aber vertretbar. Der März hat allerdings einmal mehr gezeigt, dass späte Wintermonate in tiefer gelegenen Regionen nur schwer planbar sind und sich strukturelle Nachteile auch mit großem Marketingeinsatz nicht beliebig ausgleichen lassen.
Gerade deshalb könnte der kommende Sommer 2026 für Tirol eine große Chance werden. Die anhaltenden internationalen Krisen, Unsicherheiten und Reiseverschiebungen könnten dem heimischen Tourismus zusätzlich in die Hände spielen. Jetzt heißt es, alle Kräfte zu mobilisieren, um diese Möglichkeit entschlossen zu nutzen. Tirol hat beste Voraussetzungen, im Sommer mit Qualität, Sicherheit, Natur und Verlässlichkeit zu punkten.
Wandern in der Wildschönau – die Bergbahnen erleichtern den Aufstieg
Foto TVB Wildschönau
Tirol ist vielfältig – wie hier Osttirol
Und schon bald wieder gibt es köstlichen Almkäse – ein Produkt dies unsere Almbauern auszeichnet







