Eine Erinnerung an den Corona-Palmsonntag 2021
Am Palmsonntag im März 2021 lag ganz Tirol fest im Griff der Corona-Pandemie – und selbst vor den traditionsreichsten kirchlichen Feiern machte das Virus keinen Halt. Das liegt nun fünf Jahre zurück. Das Ereignis hat die Welt verändert.
Die Palmprozession, wie hier in Oberau/Wildschönau – und der feierliche Einzug des Herrn in Jerusalem, fand zwar statt, jedoch unter ungewohnten Vorzeichen: Abstand halten, Maske tragen – auch zwischen Palmbuschen und Weihrauch.
So bot sich den Gläubigen ein ungewohntes Bild: Statt fröhlich lächelnder Gesichter dominierten verhüllte Mienen, aus denen höchstens die Augen ein „Hosanna“ erahnen ließen. Die Maskenpflicht galt streng – fast für alle.
Denn einer musste schließlich durchhalten: Der Oberauer Pfarrer Paul Rauchenschwandtner bildete die charmante Ausnahme von der Regel.
Während die Gemeinde hinter Stoff und FFP2 verborgen blieb, war er es, der mit freiem Atem die Gebete sprach und die Feier leitete.
Irgendjemand musste schließlich dafür sorgen, dass die Worte auch wirklich ihren Weg nach oben fanden – und nicht im Maskenstoff hängen blieben.
So wurde aus einer Palmprozession der etwas anderen Art eine Szene, die man wohl so schnell nicht vergisst: ein stiller Zug durch außergewöhnliche Zeiten, mit viel Disziplin, einem Hauch Improvisation – und einem Pfarrer, der stellvertretend für alle einmal tief durchatmen durfte.
Einzig Pfarrer Paul Rauchenschwandtner war „Maskenbefreit“, alle anderen hielten sich an die vorgegebenen Maßnahmen
Brav: Familie Silberberger vom gleichnamigen Hotel am Roggenboden trugen vorschriftsmäßig die Schutzmasken
V.l.: Alois Gwiggner, „Ober-Sturmloder“ Seppö Riedmann und der mittlerweile verstorbene Hauptschuldirektor Anton Naschberger machten es sich im leergeräumten Stall der Weihnachtskrippe gemütlich – ob im Stehen oder Sitzen, der kirchliche Segen dürfte auch diese drei Herren erreicht haben.
Ein Bild, das sich wohl niemand mehr wünscht. Diese Zeit hat die Welt einfach verändert….








