Enorme Lawinengefahr in Tirols Bergen – eindringliche Warnung der Einsatzkräfte
Trotz eines insgesamt schneearmen Winters herrscht derzeit akute Lawinengefahr in weiten Teilen der Tiroler Bergwelt. Alle Rettungs- und Einsatzorganisationen schlagen Alarm. Viele Wintersportlerinnen und Wintersportler sind weiterhin im freien alpinen Gelände unterwegs – oft in trügerischer Sicherheit.
Die vergangenen Tage, insbesondere Samstag, der 31. Jänner 2026, waren von einer außergewöhnlich hohen Anzahl an Lawinenabgängen geprägt.
Allein seit Freitag, 30. Jänner 2026, wurden über die Leitstelle Tirol insgesamt 23 Lawinenereignisse gemeldet – darunter auch sogenannte Negativlawinen. Die Situation bleibt angespannt, heimtückisch und schwer einschätzbar.
Die Anzahl der gemeldeten Lawinen ist selbst für erfahrene Einsatzkräfte nicht alltäglich. Hier die chronologische Auflistung der gemeldeten Ereignisse seit 30. Jänner 2026:
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13:15 Uhr – Lazid, Fiss (Samnaun)
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14:15 Uhr – Schlicker Seespitze, Telfes im Stubai (Kalkkögelgruppe)
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15:07 Uhr – K2, St. Leonhard im Pitztal (Kaunergrat)
Samstag, 31.01.2026
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10:51 Uhr – Kuhscheibe, Längenfeld
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11:13 Uhr – Figerhorn, Kals a.G. (Glocknergruppe)
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11:25 Uhr – Gemeindegebiet Tux
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11:35 Uhr – Gemeindegebiet Axams
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11:40 Uhr – Hohe Aifnerspitze, Fließ (Kaunergrat)
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11:43 Uhr – Hohe Seite, Längental (Geigenkamm)
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11:52 Uhr – Böses Weibele, Oberlienz (Villgratner Berge)
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11:56 Uhr – Goldsutten, Neustift im Stubai (Kalkkögelgruppe)
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12:16 Uhr – Wurmkogellift, Sölden–Hochgurgl
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12:31 Uhr – Malgrubenspitze, Axams (Kalkkögelgruppe)
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13:32 Uhr – Wanglspitze, Schwendau (Tuxer Voralpen)
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13:46 Uhr – Mataunboden, Nauders (Nauderer Berge)
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14:35 Uhr – Eiskögele, Sölden (Gurgler Gruppe)
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15:12 Uhr – Pürglesgungge, Innervillgraten (Villgratner Berge)
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15:19 Uhr – Muttenjoch, Obernberg am Brenner (Ridnaungruppe)
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15:35 Uhr – Pleisen, Grinzens (Kalkkögelgruppe)
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16:20 Uhr – Trittwandkopf, Steeg (Lechtaler Alpen)
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16:54 Uhr – Wilde Grube, Neustift im Stubai (Ridnaungruppe)
Der Appell der Einsatzkräfte:
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Hochalpine Touren vermeiden
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Steiles Gelände konsequent meiden
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Lawinenlagebericht täglich studieren
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Defensiv planen oder ganz auf Touren verzichten
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Warnungen ernst nehmen
Die Berge laufen nicht davon.
Jetzt ist Vernunft gefragt – damit aus Glück kein Unglück wird.






