Kommentar in eigener Sache: Wenn Bildrechte das öffentliche Leben unsichtbar machen
Der Schutz von Persönlichkeitsrechten ist wichtig. Keine Frage. Doch was derzeit rund um das Thema Bildrechte geschieht, schießt zunehmend über das Ziel hinaus.
Anlass für diesen Kommentar sind wiederkehrende – meist anonyme – Anrufe, die mich erreichen, sobald es um Film- oder Fotoaufnahmen von Schülern geht. Auffällig dabei: Über unzählige private Handyaufnahmen, die täglich gemacht und bedenkenlos online gestellt werden, spricht kaum jemand.
Die Aufmerksamkeit richtet sich fast ausschließlich auf jene, die offen, transparent und im Rahmen journalistischer Arbeit dokumentieren. Was ursprünglich als Schutz gedacht war, entwickelt sich immer öfter zur Verhinderungsmaschine – und macht unser öffentliches Leben Schritt für Schritt unsichtbar.
Ob Kindergarten, Skischule oder Schulveranstaltung: Kaum eine Kamera wird heute noch ohne Misstrauen betrachtet. Fotografen und Kameraleute stehen unter Generalverdacht, als würden sie etwas Verbotenes tun – selbst dann, wenn sie im Auftrag berichten, erkennbar arbeiten und verantwortungsvoll handeln.
Das Ergebnis ist eine Atmosphäre der Angst statt des Vertrauens.
Besonders absurd wird es, wenn man den Blick weitet: Bei Großveranstaltungen, Sportevents oder Volksfesten mit tausenden Besuchern ist das Fotografieren selbstverständlich, rechtlich geregelt und gesellschaftlich akzeptiert. Niemand käme dort auf die Idee, jede einzelne Person um eine ausdrückliche Zustimmung zu bitten.
Warum also diese Überkorrektheit im kleinen, überschaubaren Rahmen? Natürlich braucht es Sensibilität – vor allem bei Kindern und bei tatsächlich privaten Situationen.
Und ja: Wer nicht öffentlich gezeigt werden möchte, sollte sich auch überlegen, ob die Teilnahme an einer klar öffentlichen Veranstaltung der richtige Rahmen ist.
Denn öffentliche Veranstaltungen sind öffentlich.
Wer daran teilnimmt, weiß, dass Bilder entstehen können. Das war über Jahrzehnte gesellschaftlicher Konsens – und hat niemandem geschadet. Im Gegenteil: Fotos und Videos schaffen Erinnerung, Identität und Wertschätzung. Sie zeigen Engagement, machen Vereinsarbeit sichtbar und geben ehrenamtlichem Einsatz ein Gesicht.
Wenn wir diesen Weg weitergehen, bleibt am Ende nur eines: Keine Bilder. Keine Videos. Keine Dokumentation. Ein Dorfleben ohne Gesichter. Sport ohne Emotionen. Veranstaltungen ohne Öffentlichkeit.
Das kann nicht die Lösung sein. Was es braucht, ist eine Rückkehr zum gesunden Menschenverstand: klare Regeln, ja – aber keine Überinterpretation. Schutz dort, wo er notwendig ist, und Vertrauen dort, wo verantwortungsvoll gearbeitet wird.
Sonst schützen wir am Ende zwar alles –aber zeigen nichts mehr.
Toni Silberberger
Herausgeber Wildschönau TV
So sollten oder werden dann Bilder von Schülern präsentiert….die Frage bleibt nach dem warum????
Und so präsentiert man eine Schülergruppe die sich nach einem tollen Skitag auf dem Schatzberg vor die Kamera stellen!!!!!





