Es reicht! – Bauern fordern endlich klare Entscheidungen im Umgang mit Großraubtieren
Gestern schwere Risse auf der Peer-Alm, Ponys in Fiss, Schafe in Ischgl und Nauders, Kelchsau, Wildschönau, Navis, Lavant, Fieberbrunn, Rietz, Ötz, Amlach,Esel und Kühe in Pfunds, Mutterkühe in Serfaus, Rinder in Westendorf – die Liste der Risse durch Wolf und Bär wird von Woche zu Woche länger.
Wir haben im Laufe der Jahre immer wieder Interviews eingeholt, das letzte vor wenigen Tagen mit LA Michael Jäger auf seiner Feldalm hoch über Walchsee. Und er lässt mit einer Möglichkeit der Wolfsbejagung aufhorchen.
Im weiteren haben die Politiker BM Nobert Totschnig, die bayrische Landwirtschaftsministerin Michaela Kanibar, LR Josef Geisler, LA Michael Jäger (zugleich Almbauer), und die Landwirte Walter Kofler aus Wörgl, Sebastian Klingler aus Thierbach, und Josef Haas – besser bekannt als der „Larch“ die Stimmen erhoben.
„Das Fass ist übergelaufen“
„Das Maß ist voll, nein – es ist längst übergelaufen“, erklärt Breitegg-Almbauer Josef Haas aus der Wildschönau, der sich kein Blatt vor dem Mund nimmt.
Politische Vertreter aller Lager, die in den vergangenen Jahren mit beschwichtigenden Worten und teils abenteuerlichen Herdenschutz-Beispielen aufgetreten sind, tragen Verantwortung. Standard-Ausreden helfen niemandem mehr.
Bedrohung mitten in Tirols Alm- und Freizeitgebieten
In Tirol vergeht keine Woche ohne neue Angriffe. Wer nach Südtirol oder ins Trentino blickt, sieht, wohin die Reise geht: mitten hinein in unsere Alm- und Freizeitgebiete, in jenen Lebens- und Erholungsraum, der für Bevölkerung wie Tourismus von unschätzbarem Wert ist.
Ein breiter Aufschrei der Touristiker, die auf diese Landschaften angewiesen sind, bleibt aus. „Während Wolf und Bär längst Realität in unseren Wanderregionen (siehe Möseralm in Fiss) sind, predigt man Ruhe und Gelassenheit – das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Bauern und für all jene, die Verantwortung tragen sollten.
Die Almbauern haben genug von Versprechungen – es geht um ihre Existenz und Lebensgrundlage der Tiroler
Zahlreiche Gespräche mit Politikern – vom Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler bis zur bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber – wurden bereits vor Jahren geführt.
Doch die Worte wiederholen sich seit Jahren, echte Lösungen rücken in immer weitere Ferne.
Ein Aufsichtsjäger aus der Wildschönau bringt es nüchtern auf den Punkt: „Das wird so lange gehen, bis wirklich etwas passiert.“
„Wenn der Wolf ein Schaf töten würde um zu überleben, ist das eine Sache, aber, dass er eine Herde von 15 Tieren überfällt, 4 davon bestialisch tötet, von einem Tier 3-4 kg Fleisch frisst und den Rest so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden müssen, das ist etwas, was wir nicht akzeptieren können und wollen!“ So ein Sprecher der Weidezone Tirol!
Bauern fordern Sonderregelungen und Taten
Die verzweifelten Fragen der Almbauern werden lauter:
• Warum gibt es keine Sonderregelungen für Alm- und Schutzgebiete?
• Warum wird die existenzielle Bedrohung durch Wolf und Bär immer noch verharmlost?
• Warum fehlt die Rückendeckung aus der Politik, quer durch alle Parteien?
„Unsere Almen sind das oberste Stockwerk Tirols. Sie zu erhalten heißt, Kultur, Lebensraum und Zukunft zu sichern.
Ohne rasches Handeln droht jedoch, dass Wolf und Bär endgültig das Kommando in unseren Wäldern und auf unseren Almen übernehmen – mit fatalen Folgen für Bauernstand, Tourismus und das gesamte Land“, so Almbauern quer durch das Land.
Die Forderung ist klar: sofortige Maßnahmen, Sonderregelungen und volle politische Rückendeckung – ohne Wenn und Aber.
Einen interessanten Vorschlag bringt LA Michael Jäger ins Spiel, ein Denkanstoß sollte dies auf alle Fälle wert sein. (siehe Filmbeitrag)
Hier ein Mitschnitt von Interviews, die im Laufe der Jahre geführt wurden:
Josef Haas – wortgewaltiger Almbauer aus der Wildschönau









