BM Norbert Totschnig und die Bayr.Staatsministerin Michaela Kaniber fordern Schutz der Almwirtschaft vor großen Beutegreifern

“Wir brauchen neue Rahmenbedingungen in der Bewirtschaftung der Almen und praxistaugliche Lösungen in Umgang mit dem Wolf”. Dies betonten gestern rund 200 Vertreterinnen und Vertreter der Berglandwirtschaft im Rahmen des ersten Alpen.Gipfel. auf der Unteren Firstalm am Bayrischen Spitzingsee. 

Und es waren hochkarätige Persönlichkeiten unter den Gästen, darunter die Bayr. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, der Österr. Bundesminister Norbert Totschnig, Landesrat Josef Geisler und Landesrat Arnold Schuler. Beim Alpen.Gipfel.Europa. hat die Allianz für die Berglandwirtschaft Vertreter aus Tourismus, Alpenverein, Landwirtschaft und Naturschutz zusammengebracht, um die Herausforderungen, vor denen die Bergbauern stehen, miteinander zu diskutieren.

Der österreichische Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig sagte: „Die Almwirtschaft hat eine zentrale ökonomische, ökologische und kulturelle Bedeutung für die österreichische Land- und Forstwirtschaft. Bestmögliche Rahmenbedingungen für unsere Bergbauern, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten und einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelversorgungssicherheit leisten, sind mir persönlich ein großes Anliegen.

Wenn die Bäuerinnen und Bauern ihre Tiere nicht mehr auftreiben, hat das massive Folgen für die alpinen Regionen. Ohne eine ausreichende Beweidung gehen diese Flächen für die landwirtschaftliche Produktion bzw. als Kulturlandschaft und als Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere verloren.

Die Bewirtschaftung der Almen muss weiter möglich sein. Dafür braucht es einen Naturschutz mit Hausverstand. Beispielsweise Wölfe, die wiederholt Nutztiere reißen, die wiederholt in Siedlungsräumen auftauchen, müssen entnommen werden können.“

Auch die Bayr. Staatsministerin Michaela Kaniber schloss sich dem österr. Amtskollegen voll und ganz an. Der Schutz der alpinen Landschaft, die Entnahme von Problemtieren und die Erhaltung von Almgebieten sei unabdingbar, das sei auch von ganz großer Bedeutung für die Tourismuswirtschaft.

Der Tiroler Landesrat Josef Geisler richtetet einen flammenden Appell an die Versammlung: ” Es kann ja nicht sein, dass sich die Zivilisation aus den alpinen Räumen zurückziehen muss, weil dort die Großraubtier den Platz beanspruchen, soweit darf es nicht kommen. Wir müssen die Möglichkeit schaffen, dass der Abschuss der Großraubtieren möglich ist”, so Geisler.

Südtirols Landesrat Arnold Schuler von der autonomen Provinz Bozen machte deutlich, dass es die Berglandwirtschaft ist, die maßgeblich zum Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe in Südtirol beiträgt, hochwertige Lebensmittel produziert und einen unverzichtbaren Beitrag für den Erhalt der Biodiversität und für die Landschaftspflege leisten. „Damit die Bewirtschaftung der Bergbauernhöfe langfristig gesichert werden kann, braucht es Strategien, gute landwirtschaftliche Ausbildung, wertschätzende Anerkennung der erbrachten Leistungen und bewusste Konsumentscheidungen von Einheimischen und Gästen in Südtirol“, sagte Schuler.

Josef Moosbrugger von der Landwirtschaftskammer Österreich wies in seinem Statement auf die Herausforderungen hin, die die Bergbauern tagtäglich spüren. Die Rinderhaltung auf den Bergen müsse auch in Zukunft aufrechterhalten bleiben. „Ohne die Rinder wachsen die Almen zu“, betonte er. Nur die Kuh als Wiederkäuer könne das Gras verwerten.

Leo Tiefenthaler vom Südtiroler Bauernbund wies auf den Einfluss der Berglandwirtschaft auf den Tourismus hin: „Wenn wir keine Landwirtschaft mehr haben, stirbt auch der Tourismus aus“.

Thomas Roffler, Vertreter vom Bündner Bauernverband, thematisierte in seinem Statement den Umgang mit großen Beutegreifern. Die Situation mit den Wölfen in der Schweiz sei sehr schwierig. „Das kann man nicht mit Weideschutzzäunen lösen. Herdenschusszäune helfen nicht langfristig, weil die Wölfe lernen, sie zu überwinden“.

Eine überaus hochkarätige Veranstaltung, und geht es nach der Bayr. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaneder, sollten solche bilateralen Gespräche fortgeführt werden.

Auch die Bayr. Staatsministerin Michaela Kaniber schloss sich dem österr. Amtskollegen voll und ganz an.

Auch die Bayr. Staatsministerin Michaela Kaniber schloss sich dem österr. Amtskollegen voll und ganz an.

Hochkarätige Teilnehmer: v.l: BM Norbert Totschnig, Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Tirols Landesrat Josef Geisler

v.l.: LR Josef Geisler, BM Norbert Totschnig, Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Südtirols Landesrat Arnold Schuler

BM Norbert Totschnig, Ministerin Michaela Kaniber und Josef Lanzinger – Tiroler Almobmann

Illustrere Runde am Spitzingsee

…und das Kamerateam mit den beiden Spitzenpolitikern BM Norbert Totschnig (2.v.l) und Ministerin Michaela Kaniber.

 

 

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