Veronika Fill – seit mehr als 20 Jahren die gute Seele der Pfarrkirche Auffach

580 Mesnerinnen und Mesner sind in den Pfarren der Erzdiözese Salzburg wahre Heinzelmännchen. Sie verrichten im Hintergrund alle notwendigen Tätigkeiten für reibungslose Abläufe in den Kirchen Tag für Tag. Und eine davon ist Veronika Fill, in der Wildschönau ganz einfach die “Vroni” genannt.

Kirchen auf- und zusperren, Gottesdienste vor- und nachbereiten, auf die Sauberkeit von Kirche, Altären, Sakristei und Ministrantenstube achten, Messgewänder, Alben, Ministrantenkleider waschen, die Aufbahrungshalle in Ordnung halten, Kelchwäsche, Altartücher wechseln, Kerzen austauschen, die Vorräte an Hostien und Messwein im Blick haben, das ewige Licht erneuern, Krippe oder Ostergrab aufstellen, weihnachtliches Dekorieren, Weihwasser nachfüllen, … Die Aufgaben, die Mesnerinnen und Mesner übernehmen, sind unglaublich vielfältig und verantwortungsvoll.

„Eure Mama kann ja mesnern“

Seit mehr als 20 Jahren ist Veronika Fill in der Pfarre Auffach Mesnerin. Obwohl sie noch im Berufsleben steht, ist sie allein im Dienst. Beim Kirchenputz oder bei aufwändigen Prozessionsvorbereitungen kann sie auf fleißige Helfer zählen. „Ich trage zwar die ganze Verantwortung, habe aber auch mehr Freiräume“, erzählt sie. „Ich kann die Dinge erledigen, wenn ich den Zeitpunkt für den richtigen halte, und es so machen, wie ich will.“

Wie sie dazu gekommen ist? Der Ortspfarrer setzte ihren ministrierenden Kindern den Floh ins Ohr, dass ihre Mama die Mesnertätigkeiten übernehmen könnte, wenn der damalige Mesner mit der Priesterausbildung startet. „Die Kinder kamen begeistert mit der Nachricht nach Hause. Ich habe innerlich rebelliert – mit fünf Kindern zuhause – das geht nicht“, erinnert sich die 60-Jährige. „Ich tät‘ das schon gerne“, war dann ihre zweite Reaktion. Der Pfarrgemeinderat meinte nur: „Auf die Kinder schauen wir schon.“

Im Dienst zur Ehre Gottes

„Am nächsten Tag war mein erster Einsatz. Ich wurde  kurz  eingeschult,  habe die Mesnerausbildung gemacht und bin hineingewachsen“, sagt sie begeistert. „Ich bin sehr gerne in der Kirche. Jesus ist mein Freund – und das lebe ich. Die kirchlichen Aufgaben erledige ich zur Ehre Gottes. Ich will dafür nichts.

Statt mir etwas zu geben, unterstützt die Pfarre einen Priesterkandidaten.“ Am liebsten ist es Fill, wenn eine hl. Messe gefeiert wird. „Derzeit kann ich – im Gegensatz zu fast allen anderen – regelmäßig die Messe besuchen. Das ist momentan ein Privileg.“ Und wo ihr auch das Herz aufgeht: bei den Ministranten. „Sie haben so viel zu erzählen und ich bin gerne ihre Seelentrösterin“, schmunzelt sie.

Unzählige ehrenamtliche Stunden

„Aus meinem Stubenfenster sehe ich genau auf die Kirche und die Sakristei. Der kurze Weg ist eine große Erleichterung“, fügt Veronika Fill an. Trotzdem sind es unzählige Stunden, die sie – so wie viele andere – jede Woche für ihren Dienst in der Kirche aufwendet. Der durchschnittliche Zeitaufwand für einen Mesnerdienst beträgt zwei Stunden, bei Hochzeiten oder Begräbnissen oft sogar drei Stunden.

Der lieben Vroni ist an dieser Stelle ein ganz großer Dank auszusprechen und gute Besserung nach ihrem unglücklichen Skiunfall! Der unentgeltliche Dienst in der Kirche ist nicht selbstverständlich und mit viel Herzblut verbunden, dafür sagt der Pfarrverband Wildschönau eine großes DANKE!

Daniela Pfennig & Toni Silberberger

Vroni Fill in Ihrer geliebten Auffacher Kirche, wo sie seit 20 Jahren den Mesnerdienst versieht.

Foto: So Holaus

 

 

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Eine Antwort
  1. Metzler Hubert

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