TT: Extreme Lawinengefahr – teilweise Warnstufe 3 – 4

Tirols oberster Lawinenwarner, Rudi Mair, rät heute vor Skitouren im freien Gelände dringend ab. Die Lage sei “äußerst prekär”. Eine Skitour heute Samstag im freien Gelände? Rudi Mair winkt ab. Schüttelt den Kopf. “Besser daheim auf der Couch bleiben”, sagt Tirols oberster Lawinenwarner. Die Lage auf den Bergen ist “extrem und sehr prekär”. Als Warnstufe ausgedrückt heißt das 4 – große Gefahr. Und die Aussichten auf Besserung sind eher bescheiden. Schließlich kommt morgen Sonntag die nächste Störung und bringt neuerlich Schnee. 

Von Marco Witting

Neben dem vielen Neuschnee ist vor allem das schlechte Fundament am Berg das Problem. Und die Kälte. “Die konserviert auch die Lawinengefahr”, sagt Mair, der nach eigenen Angaben “speziell vor dem heutigen Tag Kopfschmerzen” beklagt.

Denn: “Skitouren erleben gerade einen Boom. Es sind auch sehr viele Menschen unterwegs, die den Sport neu betreiben. Doch selbst Profis sollten bei derartigen Bedingungen nicht im freien Gelände unterwegs sein.”Schon gestern sind mehrere Lawinen abgegangen. Wie viele es waren, lässt sich nicht beurteilen. Mair erhielt aber “zwischen 25 und 30” Meldungen von großen Abgängen.

Da waren Abgänge oberhalb von gesperrten Skipisten dabei oder, wie in der Axamer Lizum, auch Schneebretter, die von Tourengehern ausgelöst wurden. 20 Mann der Bergrettung Axams, Alpinpolizei und die Besatzungen von zwei Hubschraubern suchten im freien Gelände nach Verschütteten.

Die Einsatzkräfte fanden niemanden. Ähnlich ein Fall auch im Unterland, wo unterhalb des Feldalphorns gesucht wurde.

Alpinpolizei ist einsatzbereit

Christoph Silberberger, seines Zeichens Einsatzleiter der Alpinpolizei des Bezirkes Kufstein, ist mit seinen Leuten bestens aufgestellt. Im Moment halten sich die Einsätze noch in Grenzen, das ist natürlich der derzeitigen Situation geschuldet.

Am Flughafen Innsbruck, wo der Hubschrauber des Innenministeriums bzw. des Landes sowie auch eine Maschine von Christopherus stationiert ist, stehen die Piloten nahezu rund um die Uhr im Einsatz.

Auch Landesbergrettung in Alarmbereitschaft

Und auch Hermann Spiegl, Leiter der Bergrettung Tirol, ist durchaus zufrieden. Im Moment ist die Situation noch durchwegs überschaubar, das kann sich natürlich schlagartig ändern, weiß der oberste Chef der Bergretter.

Einen Appell haben alle gemeinsam: “Die Eigenverantwortung jedes einzelnen am Berg ist gefragt, lieber einmal umkehren – dann steht einer ungetrübten Skitour nichts im Weg”….

Im folgenden Interview melden sich Alpinpolizist Christoph Silberberger, Pilot Helmut Metzler und Landesbergrettungs-Chef Hermann Spiegl zu Wort.

Heute Nachmittag am Thalerkogel: Brisante Lage

Hier sieht man den Lawinenanriss im Bereich des Thalerkogel

Pilot Helmut Metzler (links) und Alpinpolizist Christoph Silberberger

Chef der Bergrettung Tirol: Hermann Spiegl

Christoph Silberberger in Action

Traumhaft schön, aber nicht immer ungefährlich….

 

 

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