Der “Wüdschnaua-Sepp” – einer der besten Alpinisten Tirol’s feiert seinen 70. Geburtstag

Josef Gwiggner, unter den Bergfreunden nur der Wüdschnauer Sepp genannt, wohl einer der besten Alpinisten Tirols feiert am 11.11. seinen 70. Geburtstag. Und wo er diesen feiert, dürfte nicht schwer zu erraten sein, natürlich in den Bergen. Zum heurigen Saison Ausklang genügt ihm seine wunderschöne heimatliche Bergwelt, die schweren Brocken des Heurigen Sommers sind abgehackt und jetzt kann der Skiwinter kommen. Der frühere Waldaufseher der Gemeinde Wildschönau freut sich bester Gesundheit!

Mit seinem Seilpartner Paul Gürtler ging es 2020 noch einmal richtig zur Sache. Der östl. Schoberkopf am Hochkönig, die Gaudeamus-Route am Col dei Bos in den Cortineser Bergen, dann 52 Seillängen am Windleger-Grat gemeinsam mit Viktor Kruckenhauser, zum Draufpacken noch die Südwand der Großen Zinne und als Krönung des Heurigen Jahres die 1800 Meter hohe Watzmann-Ostwand mit Christoph Klein, stehen im Tourenbuch des Wüdschnauer Sepp.

Aber blicken wir kurz zurück: Sepp Gwiggner schaffte bereits im Jahre 2007 als erster Mensch die 100 Pause Routen nach dem Buchklassiker Im Extremen Fels. Das sind die schwersten Felsklettereien von den Ost- bis zu den Westalpen, die alle großen Klassiker beinhaltet.

Sepp Gwiggner hatte es geschafft, er kletterte als erster Mensch alle 105 Pausetouren die in der ersten und zweiten Auflage dieses Klassikers gelistet waren. Begonnen hat er am 18.09.1970 mit dem „Lucke-Strobl-Riss“ am Bauernpredigtstuhl, sein Partner war damals ein Bundesheerkollege. Bis zur Tour Nr. 94 hatte er es nicht darauf abgesehen, alle 100 Touren zu machen und er hatte eine mehrjährige Pause bei den „Pause-Touren“ eingelegt. Es war Sepp Sint, der anregte, alle 100 (105) Pausetouren zu versuchen und so folgten wieder ziemlich aktive Jahre mit dem Osttiroler als Seilgefährten.

Die Einsamkeit, die Stille und das Gesamterlebnis

Sepp Gwiggner – der eher als Medienscheu gilt – hat aber auch andere Highlights in seinem Tourenbuch. So stieg er schon durch 60 Eistouren aus dem „Im steilen Eis“-Buch von Erich Vanis und kletterte mehrmals die Eigernordwand (davon die Lauperroute im Alleingang) und Routen an der Nordwand der Droites. Auch einige der Welzenbachrouten im Berner Oberland konnte er bezwingen, sowie die Voi anglaise an der Aiguille sans Nome und zwei Routen an der Nordostwand des Pilier d’Angle.

Was Markus Koidl (kam am Mount Blanc ums Leben) vor seinem Tod über den “Wüdschnauer Sepp” sagte:

Josef Gwiggner, bei uns einfach der “Wüdschnauer Sepp” genannt, ist wohl einer der größten Alpinisten unser Zeit, doch nur wenige kennen ihn. Seit seinem 18. Lebensjahr zieht es ihn in die Berge.

Ihm sind alle großen Klassiker in der Alpen geglückt. Ich kenne keine berühmte Tour die er nicht geklettert ist, seien es Matterhorn, Grandes Jorasses oder Eiger,dessen Nordwand er schon dreimal durchstiegen hat. Die Liste könnte endlos weitergeführt werden. Alleine im Mt. Blance Gebiet stehen 73 Touren in seinem Tourenbuch !

Für Sepp Gwiggner war der Tod von Markus ein ganz schwerer Schlag!

Erinnerungen an David Lama

An ein Bergerlebnis kann sich Sepp Gwiggner auch noch gut erinnern. Er war gemeinsam mit Peter Habeler mit dabei, als der damals 10-jährige David Lama erstmals den Großglockner bestieg. Peter Habeler damals:” das wird einmal einer der Weltbesten”….Bis zu jenem Tag im kanadischen Banff-Nationalpark….

Mit am Seil von Sepp Gwiggner waren damals seine Lebenspartnerin Käthe Naschberger und Lydia Gallo Gau vom ORF. Als 3. Seilschaft waren Kameramann Toni Silberberger und sein Bruder Bernhard mit von der Partie, die dieses denkwürdige Bergerlebnis für den ORF festhielten.

Dem Widschnauer Sepp wünschen wir noch viele aufregende Berg- und Skitouren und immer ein kräftiges “Berg-Heil” !

Josef Gwiggner – der “Widschnauer Sepp” feiert diese Woche seinen 70. Geburtstag. So wie immer, in aller Ruhe auf dem Berg!

Markus Koidl (links ) war einer seiner besten Bergkameraden, er verunglückte am 10.03.05 am Mount Blanc tödlich.

Die “Krönung” im Stilluptal, eine der schwersten Eiskletter-Routen der Alpen. Eisklettern in Vollendung! Gwiggner

Sehr oft mit als Seilpartner von Josef Gwiggner: Bankdirektor Toni Moser (rechts)

Viele 4000-er gemeinsam: Josef Gwiggner mit seiner Lebensgefährtin Käthe Naschberger, die Sen.Wirtin der Talmühle
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3 Kommentare
  1. Bacher Otti
  2. Peter Riedmann

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