Steinschlaghelme für die Kundler Klamm ? Ein Bericht der Tiroler Tageszeitung macht nachdenklich

Wie sicher sind Tirols Wanderwege? Nach zwei tragischen Unglücken, bei denen in Salzburg und der Steiermark binnen weniger Tage vier Menschen durch Steinschläge starben, wird auch hierzulande über den Schutz von Bergsteigern und Spaziergängern auf exponierten Routen diskutiert.

Experten bescheinigen den Wegehaltern grundsätzlich einen gewissenhaften und umsichtigen Umgang mit potenziellen Gefahren. Eine absolute Garantie für das Ausbleiben von Zwischenfällen könne es dennoch nicht geben. Der Alpenverein rät zum Tragen eines Schutzhelmes.

„Wir haben im Land auch einige solcher Klammen, die immer eine gewisse Gefahr für die Wanderer darstellen“, sagt Figl. Denn: „Mancherorts kann kein Geld der Welt für hundertprozentige Sicherheit sorgen.“

Laut dem Landesgeologen wird bei diesen Wegen, die durch schroffe Landschaften führen, regelmäßig nach dem Rechten gesehen, „aber jeder Stein, der eventuell abbrechen kann, alle möglichen Gefahren sind nicht sichtbar“. Das würden auch Steinschläge auf Straßen in Tirol bestätigen, die trotz „vieler genauerer Beobachtung“ immer wieder auftreten würden.

Genau beobachtet wird jedes Jahr im Frühling auch die Situation in der Kundler Klamm, bevor diese für gewöhnlich am 1. April für Besucher geöffnet wird. „In den Wintermonaten ist die Klamm gesperrt“, sagt Kundls Bürgermeister Anton Hoflacher. „Dann findet eine Begehung statt, dafür stellen wir eigens einen Geologen an.“ Dieser erteile dann die Freigabe, nachdem etwaige Gefahrenstellen entschärft worden seien.

Während der Saison fänden dann „anlassbezogene Nachschauen“ statt, die von den Mitarbeitern des Gemeindebauhofes je nach Wetterlage abgehalten würden. Für die Gefahren durch Steinschlag sind die Gemeinden Kundl und Wildschönau, auf deren Gebiet die Klamm liegt, besonders sensibilisiert.

Alles mit Stahlseilen oder Steinfangnetzen zuzukleistern, um die Sicherheit in Tirols und Österreichs Klammen zu erhöhen, ist für Michael Larcher undenkbar. „Den technischen Maßnahmen sind Grenzen gesetzt. Immerhin gehen die Menschen dorthin, um möglichst unberührte Naturjuwele zu genießen“, sagt der Leiter der Abteilung Bergsport im Österreichischen Alpenverein.

Nach Auffassung Larchers werde von den Wegehaltern alles Mögliche getan, um den Schutz der Wanderer zu gewähren. „Jeden Felsen anbohren oder wegsperren können sie aber nicht. Die Schwerkraft wird immer auf unsere Alpen wirken.“ Ein Restrisiko bleibe. In Anbetracht der Tatsache, dass Millionen von Menschen jährlich in Österreichs Bergen und an anderen Naturjuwelen unterwegs seien, passiere wenig.

Um die Gefahren durch herabfallende Steine zu minimieren, ist es für den Alpenvereins-Experten zumindest denkbar, dass ein Helmgebot oder eine Helmpflicht, insbesondere in Klammen, wenigstens diskutiert wird. „Das Tragen eines Steinschlaghelmes ist Wanderern zuzumuten.“

Die Kundler Klamm , ein sehr beliebtes Ausflugsziel zwischen dem Hochtal und Kundl. Vorsicht ist in der Klamm immer geboten, das raten alle Experten.

 

 

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