Heute in der Tiroler Krone: Nach Bankraub in Oberau – Flucht ins Bordell – Urteil 3 Jahre Haft

Ein Gerangel mit Angestellten, dennoch konnte ein unbewaffneter Bankräuber am 12. November in der Wildschönau mit 38.910 € flüchten. Wenige Stunden später wurde der ungarische Abwäscher (31) in einem Sex-Etablissement in Kufstein geschnappt. Eine rührselige Geschichte zum Motiv glaubte man ihm nicht.

„Mein Chef gab mir keine E-Card, doch ich hatte ein Problem im Darm und an der Leiste und ich sollte im Krankenhaus Kufstein operiert werden und dies selbst zahlen“, schilderte der Angeklagte zum Prozessauftakt.

Am verhängnisvollen Tag wollte er eigentlich zum Friseur, sah dann aber durch ein Fenster der Bank zwei Geldstapel, die sich unter dem Tresen im offenen Tresor befanden: „Da hatte ich nur mehr die Stimme des Chirurgen im Kopf, der gesagt hatte, dass die Operation teuer wird.“

Widerspruch bei Motiv
Dies klang zunächst bemitleidenswert, doch dann fragte der Richter: „Warum haben Sie vor der Polizei erzählt, dass ein Freund krank ist und nicht Sie?“ Weiterer Vorhalt: Bei der ersten Befragung nach der Verhaftung war überhaupt nicht von einer OP oder einer Krankheit die Rede.

Zurück zum 12. November: Der Angeklagte tarnte sich mit Mütze und Brille, schubste einen Mitarbeiter zur Seite und griff schnell zu. „Beim Hinauslaufen lief er gegen die Glastür, wir haben versucht ihn zu halten, aber er konnte sich losreißen“, so ein Bankmitarbeiter im Zeugenstand.

Flucht gelant mit Postbus
Das Fluchtfahrrad ließ der Ungar liegen. Mit dem Postbus – was auch der Polizei eine Lehre sein wird – gelang die Flucht bis Kufstein!

Dort wurde der Mann in einem Bordell gefasst, zuvor war er in einem Spiellokal gewesen und hatte Schulden bezahlt. Rund 27.000 € wurden sichergestellt. Der Verteidiger verneinte mangels Gewalt den Raub, doch der Schöffensenat entschied auf dieses angeklagte Delikt.

Nicht rechtskräftiges Urteil: 3 Jahre Haft.

Andreas Moser
Quelle: Tiroler Kronenzeitung/ Andreas Moser
Die Raika in Oberau
Raika-GF Andreas Breitenlechner (links) und Walter Pupp – Chef der Landeskriminalpolizei
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