Der Ausflugstipp für Heute: Tiroler Höfemuseum Kramsach präsentiert sich neu

Zu seinem 40. Jubiläum gewährt das Museum Tiroler Bauernhöfe am heutigen Sonntag den 26.07. 2015 neue Einblicke in das alte Tirol. Es ist die größte Investition, die es seit der Gründung gegeben hat. Am 26. Juli werden die Neuerungen beim Tag der offenen Tür vorgestellt.

Zu seinem 40-jährigen Bestehen hat sich das Kramsacher Freilichtmuseum mit neuen Erlebniswelten beschenkt. Künftig erhalten Besucher völlig neue Einblicke in das bäuerliche Leben des alten Tirols. Denn rund um die 37 historischen Gebäude sind spannende Themenstationen entstanden, die interaktiv und spielerisch die vergangene Zeit veranschaulichen. „Unser Museum ist zu einem Ort geworden, wo man Wissen mit allen Sinnen begreifen kann“, freut sich der Museumsobmann Hans Knoll.

Seit zwei Jahren arbeitet das Museumsteam intensiv daran, das Erscheinungsbild den Sehgewohnheiten der modernen Zeit anzupassen. Federführend in der Aufarbeitung und Konzeption war Dr. Thomas Bertagnolli, der Kustos des Museums. Gemeinsam mit der renommierten Stuttgarter Agentur „Atelier Brückner“ – zu deren Projekten u.a. das BMW-Museum München zählt – hat er den stummen architektonischen Zeitzeugen die Sprache der Information mit auf den Weg gegeben. „Ich sehe die Neuinszenierung als Ergänzung der historischen Bauten, weil wir jetzt auch emotionale Wege beschreiten“, so Bertagnolli.

Die unterschiedlichen Stationen verwandeln den Gang durchs Museum zu einer aktiven Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Man erfährt von einer Zeit, in der der Mensch noch von und mit der Natur lebte.
„Wir haben das Museum in vier Themenkomplexe unterteilt, die tiefe Einblicke in die Bereiche Gesellschaft, Wirtschaft, Landschaft und Herrschaft gewähren“, erklärt der Kustos. Dadurch biete sich Kindern wie Erwachsenen ein völlig neues Kulturerlebnis.

Jeder Hof repräsentiert einen Themenschwerpunkt. Anhand von Hör- und Videostationen sowie Tast-, Mitmach- und Fühlstationen taucht man mit allen Sinnen in die Vergangenheit ein.

Virtuelle Zeitzeugen beleben die Höfe

Gemeinsam mit Schauspielern wurden unter der Leitung von Uwe und Winfried Werner Linde kurze Filmsequenzen gedreht. In den Videos berichten Hofbewohner von ihrem Leben. „Wir haben die Schicksale der Hofbewohner genau studiert und versucht, ihre Geschichten in kurzen Episoden darzustellen“, erklärt Bertagnolli. Die Projektionen an den Wänden beleben virtuell die Stuben der Höfe. Man kann beispielsweise eine Bäuerin beim Weben beobachten oder erfährt von der Magd wie sie Butter herstellt.

„Im Grunde helfen wir der Fantasie ein bisschen auf die Sprünge. Es ist doch spannend, wenn der Uropa seinen Nachkommen eine Videobotschaft zukommen lässt.“ Die überregionale und internationale Bedeutung des Museums zeigt sich auch daran, dass die Videobotschaften in drei verschiedenen Sprachen abrufbar sind.

Interaktive Stationen für Kinder

Auch die Kinder entdecken das Museum neu. Auf Tafeln fordert die neu etablierte „Museumsmaus“ zu verschiedenen Tätigkeiten auf. Viele Mitmachstationen erklären spielerisch, wie das damalige Leben im Einklang mit der Natur und der Tierwelt verlief. Anhand von vielen praktischen Beispielen wird der Erfindungsreichtum der Hofbewohner veranschaulicht. Im alten Kuhstall steht „Zenzi“ die geduldigste Kuh Tirols. An ihr können sich die Sprösslinge mit eigenen Händen im Melken ausprobieren. Kinder erfahren über saisonale Lebensmittel und lernen, wie ein Leben ohne Supermarkt verlief. Im Schweinestall erfährt man woher die Wiener Würstchen stammen und bekommt vom Bauern eine Videobotschaft geschickt. So wird der Spaziergang durch das Museum zum spielerischen Lehrpfad für die ganze Familie.

Neue Einblicke hinter die Kulissen

Die auf den ersten Blick offensichtlichsten Neuerungen stellen die vier begehbaren Holzpavillons dar. Sie dienen als Informationsquelle zu den jeweiligen Themenwelten. Manche sind als Aussichtsplattform konzipiert, die fabelhafte Weitblicke über das Museum bieten. Natürlich haben auch die Hauptdarsteller des Museums, die alten Höfe aus allen Talschaften Tirols, einiges Neues zu bieten. So wird bei jedem Hof auf seine Besonderheiten hingewiesen. Texte informieren über die Entstehung, die architektonischen Charakteristiken und verweisen auf Eigenheiten, die bisher von den Besuchern oft übersehen wurden. „Um sich für ein Thema begeistern zu können, muss man darüber etwas wissen“, verdeutlicht Bertagnolli. Dennoch habe man bei der Adaptierung sehr genau darauf geachtet, die nötige Sensibilität an den Tag zu legen, damit der zauberhafte Flair des Museums nicht verloren geht.

Rückfragehinweis:
Museum Tiroler Bauernhöfe
Dr. Thomas Bertagnolli, Kustos
+43 (0) 5337 6263611
bertagnolli@museum-tb.at

Höfemuseum Kramsach Kopie

40 Jahre nach Gründung bietet das Tiroler Höfemuseum in Kramsach viele interessante Neuerungen

Höfe 6

Virtuelle Zeitzeugen beleben das Museum Tiroler Bauernhöfe

 

Höfemuseum 4

Der „Hacklhof“ (links) der „Hörl“ und „Gwiggenhof“ aus der Vogelperspektive.

Höfe 5

Traumhaft gelegen: Das Museum Tiroler Bauernhöfe – immer einen Besuch wert

Alle Fotos und Rechte: Toni Silberberger

 

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