Bewegender Abschied von Dr. Peter Bachmann

Ein großer Trauerzug bewegte sich in den heutigen Abendstunden durch Oberau, der Heimat von Dr. Peter Bachmann, der am Samstag den 4. Juli nach kurzer, schwerer Krankheit im 63. Jahr verstorben ist.

Dieser Tod kam für alle ganz überraschend, nur wenige Wochen blieben dem bekannten Chirurgen, sich mit dieser heimtückischen Krankheit auseinander zu setzen. Trotz aller ärztlicher Kunst gab es für den sympathischen „Doktor-Peta“ – wie im Tal genannt wurde, keine Chance.

Die Zahl der Trauergäste war überwältigend. Unzählige Kollegen aus allen Teilen des Landes und darüber hinaus, erwiesen Dr. Bachmann die letzte Ehre.

Pfarrer Josef Aichriedler zelebrierte den Trauergottesdienst, während der Chor mit dem Lied von Hubert von Goisern „Heast as nit, wia de Zeit vergeht“ die Messe einstimmten.

Dr. Jakob Kruckenhauser lies noch einmal das Leben des Peter Bachmann Revue passieren, dies in der VS Oberau begann, an der Universität und später als ärztlicher Leiter der Kursana Privatklinik endete.

„Du wirst uns allen fehlen“,  sagte Dr. Eva Maria Keller, die Leiterin der Kursana Privatklinik in Wörgl. „Danke für die vielen schönen Stunden die ich gemeinsam mit dir diskutieren durfte“ sagte Frau Keller weiter.

Sehr persönlich wurde dann Dr. Michael Bachmann bei der Trauerrede an seinen Bruder. Hier die  beeindruckende Trauerrede im Original:

Lieber Peter!

Nach etlichen Wochen vieler Mühen und Leiden, die du zu ertragen hattest, möchte auch ich Abschied von dir nehmen. Abschied, der für mich keiner ist, denn du lebst mit und unter uns, vor allen in unseren Herzen weiter.

Am Grabe seines jüngern Bruders zu stehen, der viel zu früh gegangen ist, erfüllt uns mit unfassbarem Schmerz. Wirft aber auch viele Fragen auf , die zu beantworten kaum möglich ist.

Warum, wieso, DU ? …. wir werden es niemals erfahren.

Lieber Peter

Als du mir vor einigen Wochen die niederschmetternde Nachricht deines Leidens mitgeteilt hast , brach für mich eine Welt zusammen, leider wissend was diese Diagnose für Dich und uns bedeutet.

Gerade einige Tage war ich in Pension und dann warst du mein erster Patient und es war mir von Anfang an klar, es wird ein schwieriger Weg sein ,den wir zusammen gehen müssen.

Zwischen Hoffen und Bangen, Zuversicht und Verzweiflung waren die letzten Wochen für Dich ein dorniger Gang mit einer schweren Last ,die du zu tragen hattest. Im Leben folgen wir einer Straße Wir wissen vorher nicht , wann und wo sie endet.

Unser Leben ist nur der Weg, auf dem wir wandeln. Wo bist du jetzt hingegangen, wo wirst du nun wohl sein nachdem du diese Welt verlassen hast ?

Jetzt bist du uns entwischt, wir haben dich in tiefer Trauer ziehen lassen müssen. Wie oft haben wir beide diskutiert und geredet wohin die Reise nach dem Tod wohl geht ? Wir beide waren verschiedener Ansicht Dinge nüchtern zu hinterfragen, nicht alles sofort zu glauben,

vor allem nicht vor ein genommen zu sein, war deine Art. Ich versuchte in der Stille meiner Gedanken in meinem Herzen eine Antwort zu finden. Eine Antwort fanden wir beide nicht.

Du hast mir schon am Beginn deiner Krankheit deinen Haustürschlüssel für euer Haus gegeben weil es für dich zu mühsam war jedes mal bei meinem Läuten aufzustehen. Wie oft habe ich aufgesperrt mit bangem Blick sitzt du vielleicht auf der Terrasse und genießt die Wärme ?

Liegst du im Wohnzimmer, wissend dass es keine Heilung für dich gab ? Wie oft versuchte ich dir ein bisschen Hoffnung zu geben, wie oft waren meine Gedanken genau so traurig wie dein so viel aussagender Blick.

Es war vergeblich.

Meinem liebsten OPA

Ein wunderschöner Blumenstrauß mit weißen Rosen von deinem Sonnenschein Sophia schmückt deinen Sarg. Wie schmerzhaft war für dich, Abschied nehmen mit einem letzten Blick von deinem lieben Enker`l Sophia.

Einmal in all den letzten Wochen hast du für ganz kurze Zeit das Gefühl gehabt es gehe ein wenig bergauf, die Portionen die ich esse werden größer. Gemeint war dabei, statt einem Löffel Suppe konntest du 2 Löffel essen.

Lieber Peter,

Auf Grund deines handwerklichen Geschickes hast du in der Unfallchirurgie deine berufliche Erfüllung gefunden. Wie oft war ich mit meinem bescheidenen unfallchirurgischen Wissen auf deine Hilfe angewiesen Jedes mal hast du mir in , vor allem für den Patienten völlig unbürokratischer Weise,

weitergeholfen.

Deine Kompetenz , Deine Meinung und vor allem dann dein Vorschlag für die Weiterbehandlung eines Patienten waren für mich Richtungs weisend . Beeindruckt war ich immer wieder mit wie viel Sach- und Hausverstand du mir in diesen Situationen gezeigt hast wie es weitergeht.

Lieber Peter

So vielen Menschen hast du geholfen, …..nach einem Unfall wieder Sport treiben zu können, …..ohne Schmerzen mit einem neuen Knie zu leben Für dich und deine Krankheit gab es keinen Ausweg, keine Hilfe und auch kein Wunder, an die du ohnehin nie geglaubt hast.

Wo ist nun dein OP bereich ? Wir wissen`s nicht.

Wir glauben fest, ab jetzt wirst wohl du für „neue Knie und kaputte Kreuzbänder“ im Himmel zuständig sein und Petrus kann sich glücklich schätzen, einen so guten und erfahrenen Unfallchirurgen im Himmel zu haben.

Much, so hast du mich immer genannt, vor dem Tod habe ich keine Angst, hast du zu mir gesagt,
ich möchte nur in Würde und zu Hause sterben.

Das ,so glaube ich, haben wir Dir, allen voran deine Christine mit Andreas und Verena, aber auch deine langjährige Begleiterin im GZW Frau Eva Keller, liebevoll ermöglicht.

Dich in Frieden und Ruhe im Kreise deiner gesamten Familie entgleiten zu sehen, war für uns ein bewegender Moment der Stille und Trauer, aber auch mit dem befreienden Gefühl dich von deinen Schmerzen erlöst zu sehen.

Du hast deiner Christine kurz vor deinem Tod noch aufgetragen wir sollen nicht traurig sein !

Lieber Peter , wir sind es trotzdem !! weil wir einen Menschen verloren haben, mit dem wir lachen konnten mit dem wir ohne Ende diskutieren konnten den wir vor allem geachtet ,geschätzt und geliebt haben.

Unvergessen sind deine markanten Sprüche wie du mit Bruder Veit die Streif bezwungen hast, wir lauschten deinen Erzählungen über den Kosmos und den Sternenhimmel, du hast uns fast glaubhaft gemacht, du könntest, nach dem du am Flugsimulator geübt hast, eine Boing 380 ganz locker

fliegen, wie hast du doch den gediegenen Komfort deines Defenders geschätzt,schauen ob beim Moorhof oder Kellerwirt alles zum Rechten ist gehörte genauso zu deinen Aufgaben wie Operieren im GZW.

Von den Schmerzen und der Schwäche, unter der du so gelitten hast, bist du nun erlöst Jetzt bleibt nur noch die Erinnerung in unseren Herzen an ….Deine Augen ….Dein Lächeln ….Deine Hände

Lieber Peter,

Du hast Spuren hinterlassen, Deine Handschrift, deine Zeichen sind unauslöschlich. In unseren Herzen hast du Dir für immer Raum geschaffen.

Wohin geht die Reise ?

Wir alle glauben und hoffen fest, dass wir uns irgendwann und irgendwo glücklich und zufrieden wieder sehen. In unseren Gedanken lebst du für immer Wir schauen zu deinen geliebten Sternen und wissen , du bist dort oben.

Lieber Peter

Dein herzliches Lachen wie auf dem Foto auf deinem Sarg So haben wir Dich gekannt, und so wirst du uns allen immer in Erinnerung bleiben.

Ein letzter Abschiedsgruss für Peter, diesen ich heute Morgen um 5.30 Uhr auf dem Schatzberg gedreht habe:

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So bleibt uns Peter Bachmann in Erinnerung: Stets korrekt, freundlich und ein Arzt aus Leidenschaft!

Ein vorbildlicher Wildschönauer mit Herz und Seele!

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Seine ehemaligen Freunde vom Fussballclub trugen die Kränze

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Pfarrer Josef Aichriedler leitete den Trauerzug in die Kirche

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Die Oberauer Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt

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Dr. Eva-Maria Keller, die Direktorin der Kursana Privatklinik verabschiedete sich in sehr persönlichen Worten

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Die Verabschiedung auf dem Oberauer Friedhof

3 Kommentare
  1. Schellhorn Emil
  2. Marco Fill
  3. Lisa Mühlegger

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