NR Karlheinz Töchterle: „Brauchen rasche und praktikable Lösung betreffend Hausapotheken“

ÖVP-Wissenschaftssprecher bittet Gesundheitsministerin Oberhauser um entsprechenden Druck in anstehenden Gesprächen – unterstützt Bemühungen der Tiroler Volkspartei.

„Wir brauchen betreffend Hausapotheken der niedergelassenen Ärzte im ländlichen Raum eine rasche und praktikable Lösung“, betonte Karlheinz Töchterle, Nationalratsabgeordneter und ÖVP-Wissenschaftssprecher, bei seiner Rede im Nationalrat anlässlich der Dringlichen Anfrage an Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser gestern Nachmittag.

Er unterstützt damit auch die Bemühungen der Tiroler Volkspartei, im Sinne der Patienten und der niedergelassenen Ärzte in ländlichen Regionen zu einer Lösung zu kommen. „Die Sicherung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum muss unser aller Anliegen sein. Fallen die Hausapotheken der niedergelassenen Ärzte in diesen Gebieten weg, ist auch eine Absiedelung von Ärzten zu befürchten“, verwies Töchterle auf Beispiele wie etwa die Gemeinde Wildschönau, wo auch mit einer von zwei Drittel der Wahlberechtigten unterstützten Petition auf dieses Problem aufmerksam gemacht wurde.

„Es braucht hier eine Liberalisierung, um Hausapotheken dort verfügbar zu haben, wo es sinnvoll und aufgrund der Infrastruktur notwendig ist“, bat Töchterle die zuständige Ministerin Oberhauser um entsprechendes Engagement und den erforderlichen Druck in den anstehenden Gesprächen der Ärzte- und Apothekerkammer. „Hier muss sich auch die Politik einschalten, wir dürfen das nicht allein den Kammern überlassen.“

„Wir müssen das Abwandern von Ärzten aus ländlichen Gebieten verhindern, würde es doch die Versorgung der Patienten, aber auch die gedeihliche Entwicklung von ganzen Regionen gefährden“, appellierte Töchterle. Mehrere Schritte, etwa auch ein Entschließungsantrag im Parlament (April 2013) und eine Initiative von Landeshauptmann Günter Platter bei einer Sitzung der Landeshauptleutekonferenz (Mai 2014), wurden bereits gesetzt. Nun setzt Töchterle nach dem Ministerwechsel auf die neue Gesundheitsministerin Oberhauser.

In der Debatte im Parlament unterstrich Töchterle weiters die exzellente Forschung an den heimischen Medizinischen Universitäten, die international stark beachtet wird. „Lehre und Forschung an den Medizinischen Universitäten erfolgt auf sehr hohem Niveau“, betonte Töchterle.

Es gebe auch ausreichend Absolventen, wie etwa OECD-Daten zeigen: Österreich liegt mit 19,9 Medizinstudium-Absolventen pro 100.000 Einwohner deutlich an der europäischen Spitze (auf Rang zwei folgt Dänemark mit 16,8 Medizinstudium-Absolventen pro 100.000 Einwohner). „Wir haben also exzellente Daten – der viel thematisierte Ärztemangel ist allerdings dann zu befürchten, wenn es uns nicht gelingt, die Ärzte im Land zu halten und eine stimmige Verteilung zu erreichen, so dass auch in ländlichen Regionen eine gute Versorgung gewährleistet werden kann.“

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Nationalrat Dr. Karl-Heinz Töchterle: „Es braucht hier eine Liberalisierung, um Hausapotheken dort verfügbar zu haben, wo es sinnvoll und aufgrund der Infrastruktur notwendig ist“

Eine Antwort
  1. Martin Bründlinger

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