Polizeiposten Oberau schließt mit heutigem Tag

Nach 96 Jahren !! ist heute definitiv der letzte Tag in dem das Hochtal Wildschönau einen Polizeiposten sein eigen nennen durfte. Die Büromöbel sind bereits nach Wörgl transportiert worden, die Polizisten räumen heute noch den Rest auf, ehe Morgen die Dienstelle in Wörgl bezogen wird.

„Man gehe mit Wehmut“, sagen die Beamten und auch Bürgermeister Rainer Silberberger kann dieser Schließung nichts abgewinnen. Diese „ferngesteuerte“ Postenauflösung in einer der tourismusstärksten Region Tirols mit rund 4500 Bewohnern und 12.000 Gästen, war von Anfang an heftig kritisiert worden.

Warum man nicht den Posten Kundl (4000 Einwohner und kaum Tourismus) geschlossen hat – obwohl nur wenige Kilometer von Kramsach oder Wörgl gelegen, wurde bis heute nicht beantwortet. Ob diese „Sparmaßnahmen“ tatsächlich auch greifen, wird wohl erst die Zukunft zeigen.

Dazu gibt es eine offizielle Presseaussendung der Landespolizeikommandos in dem es unter anderem heißt:

„Ein völlig verändertes Kommunikations- und Mobilitätsverhalten der Menschen, neue Kriminalitätsformen, wie die Internetkriminalität, Internationalisierung und Flexibilisierung der Kriminalitätsentwicklung, ein erhöhtes Migrationsaufkommen sowie gesellschaftliche Veränderungen, Bedürfnisse der Bevölkerung und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machten es zwingend notwendig, die Organisationsstruktur auch auf Ebene der Polizeidienststellen anzupassen und zu modernisieren.

Die Philosophie – weg von polizeilichen Kleinstrukturen, hin zu regionalen, mittelgroßen polizeilichen Kompetenzzentren – trägt den Veränderungen der Zeit Rechnung, erhöht die polizeiliche Effektivität und bringt Flexibilität und Spielraum bei der Personaleinteilung. Wenig effektive Besetzungsdienste können reduziert und dadurch die Präsenz im Außendienst erhöht werden.

Die Konzentration von Verwaltungsaufgaben auf einer größeren Dienststelle minimiert den Verwaltungsaufwand und erhöht die Möglichkeit, fachliche, quantitative und sicherheitsrelevante Schwerpunkte zu setzen. Die Eigenständigkeit von Dienststellen zur Bewältigung der regionalen polizeilichen Aufgaben wird gestärkt und Sonderverwendungen / Sonderausbildungen können organisatorisch besser und effizienter zum Einsatz gebracht werden. Durch gezielt verortete Polizeipräsenz kann auf das (subjektive) Sicherheitsgefühl der Menschen eingewirkt, die Kriminalitätsbekämpfung verbessert und die Verkehrssicherheit gesteigert werden“.

Heute übergab Posten-KDT. Josef Silberberger symbolisch an Bürgermeister Rainer Silberberger eine Tafel mit der Aufschrift „Polizei-Stützpunkt“ – was diese Tafel allerdings noch soll, ist auch dem Gemeindechef nicht ganz klar. Den mit dem heutigen Tag gibt es keinen „Polizei-Stützpunkt“ mehr, aber vielleicht ist es auch nur ein Erinnerungsgeschenk von BM Miki-Leitner an die Gemeinde Wildschönau, wenn ja, dann besten Dank!

Für das Hochtal Wildschönau bedankte sich gestern BGM Rainer Silberberger bei den tüchtigen Beamten mit einem feinen Mittagessen beim „Dorferwirt“ mit der Bitte, auch weiterhin im Tal nach dem Rechten zu schauen.

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Sagen heute „Servus Wildschönau“:

v.l.: Egon Oberhuber, Markus Unterweger; BGM Rainer Silberberger, Posten-Kdt. Josef Silberberger, Peter Walder und Hermann Eder.

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