FL Martha Deiters in den Ruhestand verabschiedet
Die langjährige – und sehr beliebte HS-Lehrerin Martha Deiters wurde vor wenigen Tagen in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Direktor Gebhard Perl würdigte die Dienste von Martha Deiters in sehr persönlichen Worten, hier seine Rede vor versammelter Eltern, Schüler und Lehrern der Musikhauptschule Wildschönau.
Es war im März des heurigen Schuljahres, einen Tag, nachdem du mir den Antrag auf Pensionierung abgegeben hattest. Ich fragte dich, wie es dir gehe, nachdem du nun endgültig den Countdown für den Wechsel in die Pension eingeleitet hattest.
Deine Antwort: Gestern, nach dem Unterricht wurde mir die Tragweite erst richtig bewusst und auf dem Heimweg war ich den Tränen nahe.
Als du dann vor zwei Wochen in deiner bescheidenen Art, die sicher zu deinen besonderen Wesenszügen gehört, den Wunsch nach möglichst leiser offizieller Verabschiedung vorbrachtest, konnte ich dich davon überzeugen, dass das ganz leise wohl nicht möglich sein werde.
Liebe Martha, die ersten drei Jahre deiner Lehrerlaufbahn kenne ich nur aus Erzählungen und aus der Schulchronik.
“Mein Rückblick auf 10 Jahre an der Hauptschule Wildschönau“, lautete 1983 dein Beitrag in der Schulchronik. Du begannst ihn mit folgendem Satz: “Es war eine aufregende Neuigkeit, als ich im Frühjahr 1973 – gerade fertig mit meiner Ausbildung zur Volksschullehrerin – hörte, dass es mit dem Bau der Hauptschule in der Wildschönau ernst würde.“
Im Schuljahr 1973/74 hast du dann als Englischlehrerin begonnen, in 2 Klassen, die noch in der VS Oberau untergebracht waren. Du musstest dauernd zwischen der VS Niederau, deiner Stammschule, und der Hauptschule hin und her pendeln, eine nicht ganz stressfreie Angelegenheit.
Im 2. Schuljahr 1974/75 gab es dann mit 5 Klassen den Wechsel ins Parterre des neuen Hauptschulgebäudes. In der Schulchronik schriebst du: “Das erste Mal war ich nun KV einer Hauptschulklasse. Sie umfasste 39 Schüler, was mir beileibe nicht viel vorkam.“
Die größere Belastung in den ersten Dienstjahren waren aus deiner Sicht die Fahrten nach Innsbruck zur Ablegung der Hauptschulprüfungen in Englisch, Geschichte und Geografie.
Mit Begeisterung warst du von Anfang an dabei, wenn es darum ging, Englandfahrten für Schülerinnen und Schüler während der Ferien zu organisieren. Auch bei den Schulentlasstagen in Obertauern gehörtest du zum Lehrerteam der ersten Stunde.
Besonders wichtig war dir immer auch der Teamgeist im Lehrkörper. In der Schulchronik 1983 schriebst du: “Neben den vielen schulischen Aufgaben und Verpflichtungen gab es aber auch immer wieder Zeit für kleinere und größere Feste im Kollegenkreis. War es nun eine bestandene Hauptschulprüfung oder ein Geburtstag, so fand sich und findet sich auch heute noch immer eine lustige Gesellschaft zusammen, in der man sich richtig wohl fühlen kann und keiner ausgeschlossen wird.
Im Zusammenhang mit dieser Geselligkeit erinnere ich mich besonders gerne an die Direktortage, die uns schon von Nürnberg bis zum Bodensee und von St. Gallen bis ins Burgenland geführt haben. Obwohl sich der Lehrkörper stark vergrößert hat, gibt es keine Gruppen oder Cliquen und jeder ist für jeden offen“. Das schrieb Martha 1983.
Und heute, fast 30 Jahre später?
Dass wir noch immer ein Lehrkörper von 26 Persönlichkeiten sind, die gut miteinander und den Schüler(inne)n können, sind auch Früchte der Arbeit meiner beiden Vorgänger OSR Ernst Fadum und OSR Toni Naschberger, die wir alle sehr zu schätzen wissen.
Vielleicht ist der vorhandene Teamgeist der Hauptgrund dafür, dass dir, liebe Martha der Abschied in die Pension so schwer fällt. Sicher sind es auch die jungen Menschen, mit denen du es zu tun hattest. Sie haben zum großen Teil gemerkt, dass die Leistung, die du ihnen abfordertest, eine Chance sein sollte, die Chance zur Selbstbestätigung, um sich zu bewähren, um sich selbst besser erkennen und einschätzen zu können.
Im Namen der gesamten Schulgemeinschaft danke ich dir, liebe Martha, auch stellvertretend für meine Vorgänger, für alles, was du für diese Schule getan hast. Ob als Lehrerin für Englisch, Geografie, Ernährung und Haushalt, Religion oder in den fast 10 Jahren als Koordinatorin in Englisch, du hast deine Aufgaben mit großem Engagement, mit Augenmaß und Kreativität erfüllt.
Persönlich möchte ich mich bei dir für die gute Zusammenarbeit und Kollegialität in den letzten 36 Jahren bedanken.
Manche behaupten, im Ruhestand habe man mehr Zeit und Freiraum für Hobbys. Ich formuliere das deshalb so zurückhaltend, weil es auch Stimmen gibt, die behaupten, dass das genaue Gegenteil der Fall sei.
Letztlich hängt es von jedem Einzelnen ab, was er mit seiner Zeit anfängt und wie er sie nutzt. Ich denke, dass die Zeit bei dir in den besten Händen ist. Du hast sie jedenfalls in der Vergangenheit ausgesprochen gut genutzt. Genutzt, um immer dann zur Stelle zu sein, wenn dies beruflich notwendig war und trotzdem Zeit für deine Familie, deine Freunde und auch für viele kirchliche Dienste zu haben.
Ich neige bei Verabschiedungen dazu, sentimental zu werden. Eigentlich besteht dafür aber kein Grund. Unser Lebensweg hat uns viele Jahre lang zusammengeführt. Dass du zu einem bestimmten Zeitpunkt den aktiven Dienst beenden wirst, stand von vornherein fest. Dass dieser Zeitpunkt nun gekommen ist, ist deshalb nicht überraschend.
Dass dich und uns der Abschied schmerzt, hat durchaus sein Gutes. Es bedeutet nämlich, dass wir eine gute Zeit gemeinsam verbracht haben. Und die Erinnerung daran wollen wir uns bewahren.
Was wir uns aber auch bewahren wollen, ist der Kontakt mit dir, liebe Martha. Wann immer du Lust hast: Du bist stets herzlich bei uns willkommen.
Liebe Martha, bleib uns lange so erhalten, wie wir dich schätzen.
Wir wünschen dir für die Dauerferien, die du ab 1. September antreten wirst, alles Gute. Möge der Großteil deiner Wünsche, die du für die Zukunft hast, in Erfüllung gehen!
Gehard Perl – Direktor der Musikhauptschule Wildschönau
Kommentare
Ihre Meinung zu diesem Beitrag...
Liebe Martha,
die besten Wünsche zum (beruflichen) Ruhestand von Deinem ehemaligen und dankbaren Schüler. Geniesse die Zeit in vollen Zügen.
Alles Gute!
Geschrieben am 13.07.2012 um 12:51 von Rainer Silberberger
Hallo Martha,
auch von uns die Besten Wünsche für Deine Pension! Hoffe Du kannst diese genießen.
Alles, Alles Gute von Heike und Peter
Geschrieben am 13.07.2012 um 12:59 von BAST
Liebe Martha,
wir wünschen Dir alles Gute für die Pension und dass Du die Zeit für all die Dinge findest, die Du Dir schon lange vorgenommen hast.
Ludwig mit Familie
Geschrieben am 14.07.2012 um 05:52 von Ludwig Schäffer
Liebe Martha,
vielen Dank für die große Geduld, die du immer für mich hattest! Ich und die ganze Familie wünschen dir alles Gute für den verdienten Ruhestand!
Stefan und Andreas
Geschrieben am 14.07.2012 um 18:28 von Stefan Weißbacher
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